Brüssel genehmigt Akquisition von UGS
Siemens vor dem Umbau

Der Siemens-Konzern kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach dem angekündigten Abtritt von Klaus Kleinfeld soll die Siemens-Führung offenbar verkleinert werden. Und während nach einem neuen Vorstandchef gesucht wird, tauchen neue Details in der Schmiergeldaffäre auf. Immerhin: Eine positive Nachricht für den Konzern kam aus Brüssel.

HB MÜNCHEN. Die drastische Verkleinerung in der Führung der Münchner Holding ist nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ Teil der Umbaupläne des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme. „Focus“ berichtete, Cromme habe fünf Kandidaten für die Nachfolge Kleinfelds, Favorit sei Linde-Chef Wolfgang Reitzle. Konzernsprecher Peik von Bestenbostel wollte auf Anfrage zu den Berichten nicht Stellung nehmen.

Kleinfeld hatte am Mittwoch in München bekannt gegeben, dass er seinen Ende September auslaufenden Vertrag als Vorstandschef von Siemens nicht verlängern wird. Nach Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer zog auch er damit trotz ausgesprochen günstiger Halbjahreszahlen die Konsequenzen aus der Affäre um Schmiergeldzahlungen des Konzerns. Er selbst habe aber nichts mit dem Korruptionsskandal zu tun und auch keine Kenntnis davon gehabt, versicherte Kleinfeld.

Zu einer weiteren „Spiegel“-Meldung, wonach eine E-Mail zu Schmiergeldzahlungen in Saudi-Arabien diese Unwissenheit des Konzernchefs in Frage stelle, verwies Bestenbostel auf die Ehrenerklärung Crommes für Kleinfeld. Im Übrigen handele es sich bei der Meldung um eine „alte Kiste“. Der Vorgang sei bereits geprüft worden und stelle Kleinfelds Angaben nicht in Frage.

Bericht über Zahlungen an arabische Länder

Dem Hamburger Nachrichtenmagazin zufolge gibt es auch Hinweise darauf, dass der Münchner Konzern jahrelang Gelder gezahlt hat, um einen Boykott seiner Produkte auf dem arabischen Markt zu verhindern. Dafür soll der General Manager von Siemens im Damaskus zwischen 1999 und 2006 insgesamt 72 Millionen Euro zur Weiterleitung erhalten haben. Auch dazu wollte der Unternehmenssprecher mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht Stellung nehmen.

Eine positive Nachricht für den Konzern kam derweil aus Brüssel: Die EU-Kommission hat nach Abschluss der kartellrechtlichen Prüfung die Übernahme des amerikanischen Softwareunternehmens UGS Corp. durch die Siemens AG ohne Auflagen genehmigt. Damit könne die US-Firma als Geschäftsgebiet UGS PLM Software in den Siemens-Bereich Automation and Drives (A&D) integriert werden. Mit dem Abschluss der Akquisition sei Anfang Mai zu rechnen. Die Kartellfreigabe in den USA selbst war bereits im Februar erteilt worden. Der mit den bisherigen Eigentümern Bain Capital, Silver Lake Partners und Warburg Pincus vereinbarte Gesamtkaufpreis liegt bei 3,5 Milliarden US-Dollar einschließlich der Übernahme existierender Verbindlichkeiten.

„Die Akquisition von UGS ist ein entscheidender Schritt, um unseren Abnehmern durchgängige Systeme und Lösungen aus einer Hand zu bieten. Wir werden ein einzigartiges, integriertes Unternehmen schaffen, das Technologien für die gesamte Wertschöpfung über Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service unter einem Dach verbindet“, betonte Helmut Gierse, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Siemens A&D.

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