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Brustimplantate: PIP bestreitet Verwendung von Industrie-Silikon

Bis zu einer halben Million Frauen weltweit sollen die minderwertigen Silikonkissen von PIP tragen. Wie viele deutsche Patientinnen betroffen sind, versuchen Behörden gerade herauszufinden. Derweil übt PIP sich im Dementieren.

Weltweit sollen bis zu 300.000 Frauen PIP-Implantate erhalten haben. Quelle: AP
Weltweit sollen bis zu 300.000 Frauen PIP-Implantate erhalten haben. Quelle: AP

Frankfurt/Berlin/HannoverBillig-Brustimplantate des französischen Herstellers PIP wurden auch in Deutschland verwendet - bei wie vielen Frauen, versuchen Landesbehörden derzeit zu erfassen. Ein Sprecher des Landesversorgungsamtes in Stuttgart sagte, in Baden-Württemberg seien „nach erstem Wissenstand“ rund zehn Kliniken betroffen. Wie viele Patientinnen die Implantate bekamen, sei noch nicht klar. Der Anwalt von PIP-Gründer Jean-Claude Mas, Yves Haddad, dementierte nach französischen Medienangaben vom Dienstag Vorwürfe, der Inhalt der Brustimplantate bestehe aus industriellen Komponenten.

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„Diese Enthüllungen machen keinen Sinn, es handelt sich um Lebensmittelprodukte, wie sie auch für die Zusammensetzung von Schönheitsprodukten benutzt werden“, erklärte Haddad der Zeitung „Libération“. Das Unternehmen Poly Implant Prothèse (PIP) habe seine Produkte selbst hergestellt, betonte er auch nach Angaben des „Le Parisien“ - aus Zutaten, die von pharmazeutischen Unternehmen gekauft wurden und die etwa auch bei Lippenstiften zum Einsatz kämen.

Die deutsche Firma Brenntag lieferte nach eigenen Angaben Silikonöle an PIP, die aber nicht für Brustimplantate bestimmt sind. In einer Stellungnahme vom Dienstag erklärte das Unternehmen in Mülheim an der Ruhr, dass die Silikonöle für industrielle Anwendungen einschließlich der Kosmetikindustrie verwendet werden. „Die Produkte sind nicht für die Verwendung in Brustimplantaten geeignet“, betonte Brenntag. Es sei sichergestellt, dass Kunden die notwendigen Sicherheitsdatenblätter und technischen Informationen erhalten. Brenntag habe Anfragen der französischen Behörden im April 2010 „vollständig beantwortet“ und seitdem keine Nachfragen erhalten.

In Berlin wurden nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit drei Arztpraxen und ein Krankenhaus mit den Billig-Brustimplantaten aus Frankreich beliefert. Sie seien nur bei wenigen Frauen verwendet worden, sagte Sprecherin Regina Kneiding. Genaue Zahlen lagen nicht vor. Es werde von Einzelfällen ausgegangen, sagte eine Sprecherin des hessischen Sozialministeriums am Dienstag in Wiesbaden. Noch liefen die Befragungen der Regierungspräsidien und Arztpraxen, bis Mitte Januar werde es einen konkreten Überblick geben.

  • 03.01.2012, 20:15 UhrDeutelmoser1994

    na also, geht doch !

  • 03.01.2012, 20:08 UhrDeutelmoser1994

    Was soll diese diffamierende Überschrift ?
    Wenn man ein bisschen im Thema ist, und das sollte man als Berichterstatter sein, weiß man, dass der Großhandelspreis von Industriesilikon niedrig ist.
    Auf jeden Fall tief genug, dass kein großes Unternehmen für eine geschätzte Lieferung von vielleicht 200 Tonnen eine derartige, potentielle Gesundheitsgefährdung stillschweigend tolerieren würde.
    Für den Absatz in dieser Größenordnung braucht es lediglich ein paar größere Baustellen.
    Ein Chemiegroßhändler wird sich wohl kaum wegen dieser "Peanuts" in hochkriminelle Machenschaften verstricken lassen.

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