Bucyrus
Caterpillar steht vor dem teuersten Zukauf seiner Geschichte

Caterpillar geht auf Einkaufstour: Der weltgrößte Baumaschinen-Hersteller verstärkt sich im Bergbau. Für 7,6 Milliarden Dollar übernimmt Caterpillar den Minenspezialisten Bucyrus aus dem US-Bundesstaat Wiskonsin.
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NEW YORK. Der weltgrößte Baumaschinenhersteller, Caterpillar, investiert Milliarden in das Bergbaugeschäft. Der Konzern will für 8,6 Mrd. Dollar den Minenspezialisten Bucyrus International übernehmen, wie das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Illinois gestern mitteilte. Das ist die größte Übernahme in der Geschichte des Konzerns.

„Seit Jahren drängen uns unsere Kunden, die Produktpalette im Bergbau auszubauen“, sagte Caterpillar-Chef Doug Oberhelman. „Mit dieser Ankündigung sagen wir ihnen: Wir haben eure Wünsche laut und deutlich gehört.“ Der seit Juli amtierende Chef setzt bei der Expansion vor allem auf ein starkes Wachstum in aufstrebenden Ländern wie China, Indien und Brasilien. Mit der Übernahme wolle er den Konzern in die Position bringen, von den steigenden Rohstoffpreisen zu profitieren.

„Die Nachfrage nach Kohle und vielen anderen Rohstoffen, die in der Erde liegen, wird steigen, weil die Städtebildung mit hoher Geschwindigkeit vorangetrieben wird“, sagte Oberhelman im amerikanischen Fernsehen. Sein Konzern ist bereits seit Jahren in der Bergbaubranche aktiv und will mit der Übernahme seinen Marktanteil dort verdoppeln.

Caterpillar will den Bucyrus-Aktionären 92 Dollar für einen Anteilsschein zahlen. Das entspricht einem Aufschlag von 32 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Im Kaufpreis enthalten sind auch Schulden von rund einer Mrd. Dollar. Das Bucyrus-Papier legte zum Handelsbeginn am Montag rund 30 Prozent zu und kostete knapp 90 Dollar.

Die Aktionäre des Unternehmens aus South Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin müssen der Übernahme noch zustimmen, ebenso wie die zuständigen Regulierungsbehörden. Bucyrus stellt Geräte für den Über- und Untertagebau her, etwa schwere Bagger, riesige Kipper und Bohrapparate für Sprengungen.

Die Übernahme soll Mitte 2011 abgeschlossen sein. Caterpillar will die Transaktion mit einem Mix aus Barmitteln, neuen Schulden und Aktien finanzieren. Wenn die Übernahme abgeschlossen wird, werde der Konzern neue Aktien im Wert von rund zwei Mrd. Dollar ausgeben, hieß es.

„Das Bergbaugeschäft wird langfristig gesehen ein wichtiger Teil für Caterpillar sein“, sagte Eli Lustgarten, Analyst bei Longbow Securities. Vor diesem Hintergrund sei der Deal „klug“, so der Analyst.

Caterpillar-Chef Oberhelman ist seit Monaten auf Einkaufstour, um seinen Konzern für die nächsten Jahre in Stellung zu bringen. Im Oktober kaufte Caterpillar den deutschen Hersteller von Gas- und Dieselmotoren MWM Holding GmbH von der Beteiligungsgesellschaft 3i. Im Sommer übernahm der Konzern EMD, einen US-Hersteller von Lokomotiven.

Erst im Oktober hatte Caterpillar seine Jahresprognose erneut angehoben. Im dritten Quartal hatte sich der Nettogewinn fast verdoppelt. Der Umsatz war um über 50 Prozent gestiegen. Der Konzern profitiert davon, dass Unternehmen nach der Krise nun wieder kräftig Baumaschinen ordern. Zu Krisenzeiten hatte Caterpillar Tausende Stellen gestrichen. Ein großer Teil der entlassenen Mitarbeiter sei nun jedoch wieder eingestellt, sagte Oberhelman.

Caterpillars Aktionäre reagierten positiv auf den Übernahmeplan. Die Aktie lag zum Handelsbeginn gut ein Prozent im Plus und kostete knapp 82 Dollar.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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