Bündnis mit GM
Peugeot setzt auf Staatshilfe und Allianz

Die Finanztochter des Autobauers Peugeot bekommt Hilfe vom französischen Staat. Für die Emission von Anleihen gibt es Milliarden-Garantien. Mit der Opel-Mutter General Motors wird die Kooperation intensiviert.
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Paris/RüsselsheimDer angeschlagene französische Autobauer Peugeot bekommt Staatshilfen für seine Finanztochter PSA Finance. Frankreich werde mit bis zu sieben Milliarden Euro für die Emission von Anleihen garantieren, teilte der Konzern mit den Marken Peugeot und Citroën am Mittwoch in Paris mit.

Ein Bankenpool sei darüber hinaus gebeten worden, 11,5 Milliarden Euro an Liquidität zur Verfügung zu stellen. PSA wies darauf hin, dass die Bank, die unter anderem Autokäufe finanziert und das Leasing-Geschäft abwickelt, derzeit profitabel arbeitet. Allerdings hat sie durch die schwierige Lage des Konzerns Probleme bei der Refinanzierung.

PSA gab zugleich einen Umsatzrückgang im dritten Quartal um 3,9 Prozent auf 12,93 Milliarden Euro bekannt. Die Anleger haben am Mittwoch einen großen Bogen um die auf Staatshilfen angewiesenen Aktien von PSA gemacht. Die Titel stürzten in Paris in der Spitze um 8,1 Prozent auf 5,35 Euro ab. Damit erreichte die Aktie nach Reuters-Daten das Kursniveau vom Januar 1986. Allein seit Jahresbeginn haben die Titel rund 45 Prozent verloren.

Neben der Bereitstellung von Staatshilfe wurde bekannt, dass PSA und der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) ihre im Februar vereinbarte strategische Allianz konkretisierten. Die Konzerne teilten mit, sie hätten sich in ihren seit Februar laufenden Verhandlungen auf eine Zusammenarbeit bei vier Fahrzeugmodellen sowie im Einkauf verständigt. Die Rüsselsheimer Marke mit dem Blitz und der französische Konzern leiden besonders darunter, dass wegen der Schuldenkrise in Südeuropa kaum Neuwagen verkauft werden und schreiben rote Zahlen.

Insider hatten zuletzt spekuliert, GM könne die verlustreiche Tochter Opel durch die engere Verzahnung mit Peugeot abstoßen. In der Diskussion waren demnach mehrere Varianten, die von einem Verkauf an Peugeot bis zu einer Zusammenlegung in einer neuen Gesellschaft reichen. Beunruhigt von den Plänen forderte die europaweite Arbeitnehmervertretung von Opel/Vauxhall ein umgehendes Treffen mit dem Management, um über die Folgen der Kooperation für die Beschäftigten zu beraten. Die Arbeitnehmer dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, erklärte das Europäische Arbeitnehmerforum.

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Kostenvorteil von zwei Milliarden Dollar jährlich erhofft

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  • @kah7:
    Das kommt bald! Siehe Eurasische Platte, Europa-Russland-China. Deutschland schaut nach Osten, schrieb schon vor Jahren ein frankophiler Zeitungskommentator. Sobald China, Russland oder Deutschland (einer von den Dreien wird anfangen) eine goldgedeckte Währung einführen, ist es passiert! Kleiner Hinweis: China kauft laufend Gold und fordert seine Bürger offiziell auf, Gold zu kaufen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

  • Wenn sich 2 kranke in ein Bett legen ,kommt meistens nichts gescheites heraus.

  • http://www.fraunhofer-isi-cms.de/elektromobilitaet/Media/forschungsergebnisse/13062438677094-10.92.21.153-Forschungsergebnisse_Zukunft_Automobilindustrie.pdf

    Verteilung der globalen PKW-Produktion : rund ein
    Drittel in Europa.
    Wenn Sie ein Japanisches Auto kaufen, kann das genauso gut aus Osteuropa kommen, und die Ersatzteile sonst wo her.
    Gerade an diesem Markt kann man sehr schön sehen wohin die Reise geht. Wenn man CO2-Neutrale Mobilität erreichen will, die auch noch für Jedermann bezahlbar ist, oder sein soll, muß man auch andere Maßstäbe ansetzen, und damit rechnen, das ein Autofahrer sich nicht mehr zur Zahlkuh der Nation machen läßt.
    Würde man die Kosten der Autofahrer insgesamt senken, würde der Markt nicht so empfindlich auf normale Flauten reagieren.
    Aber wer Auto fährt, oder fahren muß, sieht sich einer staatlichen Willkür und Kostenabzocke gegenüber, die sich nachhaltig auf jeden Markt auswirkt, egal ob subventioniert oder nicht. Daher kann man staatliche Subventionen, egal wie diese nun aussehen, auch als gerechte Rückverteilung ansehen. Denn der Autofahrer ist eine Milchkuh des Staates.

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