Bündnis mit Ineos
BASF treibt Umbau der Chemie voran

Der Industriekonzern fusioniert sein Styrolgeschäft mit dem des Konkurrenten Ineos. Dadurch entsteht ein neuer Großkonzern mit fünf Milliarden Euro Umsatz. BASF zieht sich damit weiter aus dem Massenchemiegeschäft zurück.
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FRANKFURT. Seit mehr als drei Jahren arbeitet BASF am Ausstieg aus dem Geschäft mit Styrolkunststoffen. Nun ist dem Ludwigshafener Chemiekonzern zumindest ein Teilerfolg gelungen: Mit dem britischen Petrochemie-Konzern Ineos vereinbarte BASF ein Gemeinschaftsunternehmen, in dem die beiden Konzerne ihre Styrolgeschäfte bündeln.

Ineos will dazu die eigenen Styrolgeschäfte in die BASF-Tochter Styrolution einbringen, und eine Ausgleichszahlung in dreistelliger Millionenhöhe an BASF leisten. An dem Gemeinschaftsunternehmen wollen beide Konzerne jeweils 50 Prozent halten. Allerdings steht die gesamte Transaktion noch unter dem Vorbehalt, dass die Kartellbehörden zustimmen.

Aus Styrol-Kunststoffen werden unter anderem Verpackungen sowie Gehäuse für Elektrogeräte hergestellt. Die BASF ist einer der führenden Produzenten dieser Kunststoffe. Sie sieht in dem Bereich aber nur noch wenig Möglichkeiten, sich über Produkteigenschaften oder Serviceleistungen zu differenzieren. Bereits vor gut drei Jahren entschloss sich der Konzern daher zum Ausstieg - ein Vorhaben, das sich bisher allerdings als sehr schwierig für den Chemieriesen erwies.

Das neue Unternehmen mit mehr als 3000 Mitarbeitern soll seinen Sitz in Frankfurt haben und von dem BASF-Manager Roberto Gualdoni, 54, geführt werden. Zum erwarteten Gesamtumsatz von Styrolution von rund fünf Milliarden Euro dürfte BASF mehr als drei Milliarden Euro beisteuern. Der Ludwigshafener Konzern erzielte mit seiner Styrolsparte in den ersten neun Monaten einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem sehr schwachen Vorjahreswert.

Die nun vereinbarte Transaktion ist ein weiteres Beispiel für die schrittweise Neuordnung der europäischen Chemiebranche. Diese wird geprägt von der Expansion etablierter Chemiehersteller wie BASF, DSM oder Akzo im Bereich der höherwertigen Chemiespezialitäten, bei denen die Verkaufspreise nicht mehr alleiniges Kriterium im Wettbewerb sind und die dadurch höhere Stabilität bei den Erträgen versprechen. BASF etwa erwarb im Zuge dieser Strategie die Bauchemie-Sparte von Degussa sowie die Spezialchemiefirmen Ciba und Cognis, Akzo schluckte vor zwei Jahren den britischen Konzern ICI.

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