Bugatti verlangt Ausnahmeregelung
USA bremsen Supersportwagen aus

In den USA geht 2009 eine neue Sicherheitsrichtlinie für Autos an den Start. Dann müssen Airbags erkennen, ob sie einen Erwachsenen oder ein Kind vor sich haben, um entsprechend mit viel oder wenig Wucht zu zünden. Die für Insassen äußerst positive Regelung bringt die Hersteller superteurer Sportwagen aber zur Verzweiflung, allen voran Bugatti.

hof/HB. Die Volkswagen-Tochter Bugatti schlägt Alarm: Bekomme man keine Ausnahmegenehmigung von der neuen Sicherheitsbestimmung, werde das eigene Geschäft einbrechen, schrieb das Unternehmen an die zuständige US-Behörde. Die Kosten für die Neuerung seien so hoch, dass sich der Supersportwagen Veyron – das einzige Modell im Programm – um 10 Prozent verteuern werde. Der Wagen würde dann nahezu unverkäuflich, zitiert die „Financial Times“ in ihrer Mittwochsausgabe aus dem Brief. Schon jetzt muss der Kunde für das 1001 PS starke Auto mehr als 1 Mill. Euro hinlegen.

Betroffen von der neuen Regelung sind alle Hersteller von relativ kleinen Serien. So hat sich neben Bugatti auch Ferrari, Lamborghini, Morgan, Lotus und Maserati um eine Ausnahmeregelung bemüht. Ziel ist, erst bei der nächsten Fahrzeuggeneration und nicht schon Anfang 2009 den geforderten, neuen Airbag einbauen zu müssen.

Dabei sind es nicht einmal die reinen Entwicklungskosten, die den Autobauern Kopfschmerzen bereiten. Teuer sind die notwendigen Crashtests, die bei Kleinserien natürlich deutlich stärker zu Buche schlagen als in der Großserie. Bei den Herstellern der Supersportwagen kommt hinzu, dass das einzelne Fahrzeug Unsummen kostet.

Vom millionenteuren Bugatti Veyron sollen insgesamt nur 300 Stück gebaut werden – da schlägt jedes Fahrzeug, das gecrasht wird, direkt auf das Ergebnis durch. 150 der Autos sind für den US-Markt vorgesehen. Da seit Produktionsbeginn im vergangenen Jahr bis zum Stichtag 31.12.2008 voraussichtlich knapp die Hälfte des geplanten US-Absatzes bereits verkauft ist, müsste Bugatti für gut 75 Autos die aufwendigen und teuren Crastests durchführen. Daher fordert Bugatti-Chef Thomas Bscher gegenüber dem Handelsblatt: „Ferrari hat bereits eine Ausnahmegenehmigung. Die wollen wir auch.“ Ein Sprecher des Mutterkonzerns VW fügt hinzu: „Wir haben schließlich kein Sicherheitsproblem bei Bugatti. Die neuen Auflagen würden allerdings Investitionen notwendig machen, die wir vermeiden wollen.“ Nach Angaben des VW-Sprechers sind seit dem Produktionsstart des Veyron 135 feste Bestellungen bei Bugatti eingegangen.

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