Bundeskanzler Schröder und BDI-Präsident Thumann kündigen Langfrist-Strategie an
Deutsche Industrie sorgt sich um Zugang zu Rohstoffen

Bundesregierung und Industrie wollen gemeinsam eine Langfrist-Strategie gegen die wirtschaftlichen Risiken steigender Rohstoffpreise entwickeln. Dies erklärten Bundeskanzler Gerhard Schröder und BDI-Präsident Jürgen Thumann am Dienstag auf einem Rohstoffkongress des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin.

HB BERLIN. Für Schröder nimmt dabei eine enge Energiepartnerschaft mit Russland eine zentrale Rolle ein. Der BDI will allerdings auch die Frage nach einer Nutzung der Kernenergie neu aufwerfen. „Ich bin sehr dafür, dass wir das Thema sachlich und ideologiefrei diskutieren“, betonte Thumann.

Hintergrund für den BDI-Kongress ist der jüngste drastische Anstieg der Rohstoffpreise, der nach Einschätzung der Industrie womöglich Vorbote eines fundamentalen Problems für den Standort Deutschland ist. „Da wir ein rohstoffarmes Land sind, geht es langfristig um die Frage, ob unser Industriestandort überlebensfähig ist oder die Produktion zu den Rohstoffen wandert“, warnte der Vorstandschef des RAG-Konzerns und frühere Bundeswirtschaftminister Werner Müller.

Schröder räumte ein, für eine gemeinsame Rohstoffstrategie sei es „spät, aber nicht zu spät“. Allerdings seien die Mittel der nationalen Politik begrenzt. Thumann betonte, weitere Einsparungen beim Rohstoff-einsatz in der Produktion seien kaum möglich. Zugleich sei der Spielraum für Preiserhöhungen bei den Produkten eng begrenzt. Dies gefährdet nach Angaben des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung 40 000 Arbeitsplätze in der mittelständisch geprägten Branche.

Der BDI-Präsident bekräftigte vor diesem Hintergrund seine Forderung, mit Steuerentlastungen die Ertragskraft und Eigenkapitalbasis der Unternehmen zu stärken. Darauf ging der Kanzler jedoch nicht ein.

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