Bundeskartellamt muss noch zustimmen
IWKA findet Käufer für Boehringer-Gruppe

Der Maschinen- und Anlagenhersteller IWKA verkauft seine Werkzeugbau-Tochter Boehringer an die US-Gruppe Maxcor.

HB STUTTGART. Nach langwierigen Verkaufsverhandlungen hat der finanziell angeschlagene Anlagenbauer IWKA mit der US-Investorengruppe Maxcor einen Käufer für die Werkzeugmaschinengruppe Boehringer gefunden. IWKA teilte am Freitag in Karlsruhe mit, der Verkauf werde das Ergebnis aus dem nicht fortgeführtem Geschäft im Geschäftsjahr 2006 nochmals mit rund 20 Millionen Euro belasten. Dafür seien neben den Transaktionskosten vor allem Buchverluste verantwortlich. Letztere hätten jedoch keine Auswirkungen auf die Liquidität des Konzerns. Der Vollzug des Kaufvertrages stehe noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt.

Die Boehringer-Gruppe umfasst mehrere Gesellschaften in Deutschland, der Schweiz, in Kanada und in den USA und setzte im Vorjahr rund 140 Millionen Euro um. Die nach einer langen Verlustphase wieder in den Gewinnzone zurückgekehrte Boehringer-Gruppe steht schon geraume Zeit auf der Verkaufsliste von IWKA-Chef Wolfgang Hein. Ursprünglich sollte diese bereits in der ersten Jahreshälfte veräußert werden, die Verhandlungen zogen sich jedoch hin. Der US-Investor Maxcor hat zum Jahresende 2005 von IWKA bereits die damals defizitäre Zerspanungstechnik-Gruppe Ex-Cell-O übernommen.

IWKA trennte sich zudem von der kleinen Tochter GSN Maschinen-Anlagen GmbH, die mit einem Jahresumsatz von 17 Millionen Euro für einen nicht genannten Preis an das Management veräußert wurde. GSN hat sich auf die Wartung und den Umbau von Werkzeugmaschinen spezialisiert.

Auf der Verkaufsliste stehen noch weitere Tochtergesellschaften. Um sich auf das Kerngeschäft mit der Automobilindustrie zu konzentrieren, will sich IWKA von seiner Verpackungsmaschinen-Sparte trennen, die einen großen Teil zum Umsatz beisteuert. Die Abtrennung dieser Sparte von dem gewöhnlich rentableren Geschäft mit Industrierobotern hatte vor allem der IWKA-Großaktionär Guy Wyser-Pratte immer wieder gefordert.

An der Börse verloren die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Aktien von IWKA im Markttrend ein Prozent auf 17,69 Euro. Die Papiere des Verluste schreibenden Konzerns hinken der Entwicklung des MDax seit langem deutlich hinterher.

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