Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft sieht die Entwicklung gelassen
Verbraucherschützer erwarten weitere Gas-Klagen

Den deutschen Gasversorgern drohen neue Klagen wegen stark gestiegener Preise: Nachdem Hamburger Gaskunden vor Gericht einen Etappensieg errungen haben, wollen Verbraucherschützer in anderen Bundesländern ebenfalls Klagen einreichen.

DÜSSELDORF. „Das Verfahren in Hamburg wird Signalwirkung haben“, sagte Edda Müller, Vorstandschefin des Verbraucherzentralen Bundesverbandes (VZBV) dem Handelsblatt, „es wird weitere Sammelklagen geben, die von den Verbraucherzentralen unterstützt werden.“

Auch Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat Gaskunden aufgerufen, sich mit Sammelklagen gegen die Preiserhöhungen zu wehren. Diese seien nicht begründet, die Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis nicht zu rechtfertigen, sagte Künast der Zeitung „Die Welt“. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) rief die Kartellbehörden auf, die Preisgestaltung der regionalen Gasversorger zu überprüfen.

In Hamburg hatten 54 Kunden des Versorgers Eon Hanse zuvor einen Teilerfolg verbucht. Das Landgericht gab nach dem ersten Verhandlungstag eine vorläufige Rechtsmeinung ab. Es billigte den Kunden das Recht zu, die Preiserhöhungen von rund 25 Prozent innerhalb eines Jahres überhaupt gerichtlich klären zu lassen und deutete an, dass der Versorger seine Kalkulation offen legen muss. Sein endgültiges Urteil will das Gericht im Dezember fällen.

Bundesweit hatten Stadtwerke und Regionalversorger im vergangenen Jahr die Tarife für Haushaltskunden drastisch erhöht und dies mit dem Ölpreis begründet, an den die Entwicklung am Gasmarkt gekoppelt ist. Viele Verbraucher weigerten sich daraufhin, die höheren Preise zu zahlen. Vereinzelt gab es schon in anderen Städten ähnliche Verfahren. In Bremen hat die Verbraucherzentrale ebenfalls eine Klage von 35 Kunden der SWB AG organisiert.

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