Bundesverfassungsgericht
Pharma-Firma klagt weiter gegen Contergan-Film

Der Pharmahersteller Grünenthal kämpft weiter gegen die Ausstrahlung des WDR-Spielfilms über den Contergan-Skandal. Wie das Unternehmen am Freitag in Aachen mitteilte, rief es bereits am 10. Mai das Bundesverfassungsgericht an, nachdem das Oberlandesgericht Hamburg am 10. April mehrere Einstweilige Verfügungen gegen den Zweiteiler „Eine einzige Tablette“ aufgehoben hatte.

HB AACHEN. Eilanträge auf Einstweilige Verfügungen sollen nach Angaben von Grünenthal zudem verhindern, dass der Film vor einer endgültigen Gerichtsentscheidung auf Festivals oder im Fernsehen ausgestrahlt wird.

Contergan steht für den größten Arzneimittelskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das 1957 in den Handel gekommene Schlafmittel hatte in mehreren tausend Fällen starke Missbildungen bei Neugeborenen ausgelöst.

Der Zweiteiler entstand unter der Regie von Adolf Winkelmann. Er sollte ursprünglich bereits im Herbst 2006 in der ARD ausgestrahlt werden. Seit Monaten aber versuchen der Pharmahersteller und ein Anwalt, der sich in dem Film falsch dargestellt sieht, das zu verhindern.

Grünenthal-Geschäftsführer Sebastian Wirtz erklärte, das Oberlandesgericht Hamburg habe nach Auffassung des Unternehmens sein Berufungsurteil auf falsche Annahmen gestützt. „Der Film enthält nach wie vor eine Vielzahl schwer unwahrer Behauptungen über unser Unternehmen. Dies können wir - bei allem grundsätzlichen Respekt vor der Kunst - nicht akzeptieren.“

Parallel zu diesem Verfahren läuft auch noch ein Prozess vor dem Landgericht Hamburg. Dieses hatte Mitte Mai zwei weitere Einstweilige Verfügungen aufgehoben. Ein Urteil in der Hauptsache vor dem Landgericht Hamburg soll nach Angaben von Grünenthal am 20. Juli fallen.

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