Burgbad
Es geht auch ohne Heuschrecke

Hausbesitzer, die ihr altes Badezimmer renovieren möchten und dabei das Besondere suchen, werden die edlen Badmöbel von Burgbad in Baumärkten nicht finden. Die Sauerländer haben sich auf das hochwertige Marktsegment spezialisiert und fertigen jeden Auftrag der betuchten Kundschaft individuell.

DÜSSELDORF. Burgbad zählt mit seinen Spiegeln, Waschtischen und Unterschränken und einem Umsatz von 75 Mill. Euro zu den führenden Komplettanbietern in Europa. Diese drei Elemente zusammen – im Branchenjargon „Meiers Altärchen“ genannt – gibt es im Baumarkt schon für 400 Euro. Bei Burgbad beginnt die Preisliste erst bei 800 Euro. Anspruchsvolle Kunden können aber auch bis zu 5 000 Euro investieren.

Burgbad ist kein Serienhersteller, sondern fertigt jeden Auftrag für die betuchte Kundschaft individuell. Das Unternehmen beliefert ausschließlich den Sanitärgroßhandel und ist damit nicht dem enormen Preisdruck ausgesetzt, den Baumarktketten und Möbelmärkte auf ihre Lieferanten ausüben. Diese Vertriebswege sind in jüngster Zeit stark gewachsen – zu Lasten des Sanitärfachhandels, über den nur noch 45 Prozent des Badmöbelgeschäfts laufen.

Obwohl auch in deutschen Badezimmern Geiz offenbar geil ist, schneidet Burgbad seit Jahren besser ab als die Konkurrenz und hat, was die Nettoumsatzrendite betrifft, 2006 mit 7,1 Prozent das bisher beste Ergebnis erzielt. Auch das Jahr 2007 hat verheißungsvoll begonnen. Im ersten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent auf 19,4 Mill. Euro und übertraf leicht den Wert des vierten Quartals 2006, der aber durch Vorzieheffekte wegen der Mehrwertsteuererhöhung begünstigt war. Der Überschuss im ersten Quartal 2007 verbesserte sich sogar um 32 Prozent auf 1,2 Mill. Euro.

Unter der Führung von Karl-Heinz Wennrich, der 2002 vom Armaturenhersteller Grohe kam, hat Burgbad einen bemerkenswerten Turnaround hingelegt. Und anders als Grohe, wo seit Jahren Finanzinvestoren das Sagen haben, hat Burgbad die Krise aus eigener Kraft gemeistert. Das Erfolgsrezept: Schließung von Produktionsstandorten, Personalabbau, weniger Marken und eine stärkere Internationalisierung. Burgbad erzielt jetzt 39 Prozent des Umsatz im Ausland, schon bald sollen es 50 Prozent sein.

Ein rückläufiger Markt, fehlgeschlagene Akquisitionen und viel zu hohe Kosten hatten Burgbad von 2000 bis 2002 einen kumulierten Verlust von 19 Mill. Euro beschert. Noch drei weitere solche Jahre, und das gesamte Eigenkapital wäre aufgezehrt gewesen. Jetzt ist die Familienfirma schuldenfrei, sie verdient prächtig, und der Aktienkurs liegt wieder in der Nähe früherer Bestmarken.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Teamleiter Sport
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