Bus-Chef geht
Daimler-Manager stolpern über „Unregelmäßigkeiten“

Daimler-Chrysler zieht personelle Konsequenzen aus mutmaßlichen Mauscheleien in der Bussparte: Wie der Autokonzern bekanntgab, legt der Leiter der Bus-Aktivitäten, Wolfgang Diez, „aus persönlichen Gründen“ mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder. Mehrere Führungskräfte seien zudem suspendiert worden.

HB STUTTGART. Im Rahmen einer turnusmäßigen Untersuchung der Geschäftsabläufe von EvoBus seien „Unregelmäßigkeiten“ entdeckt worden, teilte der Automobilhersteller am Montag mit. Als kommissarischer Leiter des weltweiten Bus-Geschäfts sei Harald Landmann verpflichtet worden. Die Zahl der beurlaubten Manager sei einstellig.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa musste Diez nicht wegen einer persönlichen Beteiligung gehen, sondern weil er als Verantwortlicher seinen Bereich nicht im Griff gehabt haben soll.

Aus Unternehmenskreisen verlautete, die Absatzerfolge der Bus-Sparte in den vergangenen Monaten seien möglicherweise mit Gegenleistungen erkauft worden. Daimler-Chrysler ist derzeit in verschiedene Ermittlungen wegen Betrugs- oder Korruptionsverdacht verwickelt. Dazu wurden auch umfangreiche interne Untersuchungen eingeleitet. Außerdem wurde die konzernweite Organisation „Corporate Compliance Operations“ unter der Leitung des ehemaligen China-Chefs Roman Fischer aufgebaut. Sie soll vor allem Vertriebsmitarbeiter unterstützen, damit diese bei ihrer Arbeit sowohl die internen Regeln wie auch die internationalen Anti-Korruptionsgesetze einhalten können.

Die US-Börsenaufsicht ermittelt bereits seit 2004 gegen den Konzern, weil Manager angeblich in mehr als einem Dutzend Länder Schmiergelder gezahlt haben sollen. DaimlerChrysler hatte selber dazu erklärt, dass vor allem in Afrika, Asien und Osteuropa solche Zahlungen erfolgt seien. Laut dem Hamburger Magazin „Stern“ vom September mussten im Zuge dieser Ermittlungen bereits etwa 15 Manager den Autokonzern verlassen. Anwaltskosten und Strafzahlungen hätten den Umfang von etwa 400 Millionen Euro erreicht. In die Ermittlungen ist auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeschaltet. Sie untersucht Bestechungsvorwürfe wegen der Lieferung von Autos nach Polen und Ghana.

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