Busch-Gruppe will Anteil an Pfeiffer Vacuum erhöhen

Busch-Gruppe
Großaktionär will mehr von Pfeiffer Vacuum

Die Busch-Gruppe ist bereits Großaktionär von Pfeiffer Vacuum. Jetzt will das badische Familienunternehmen seine Anteile an der TecDax-Firma erhöhen. Pfeiffer wird dabei mit fast einer Milliarde Euro bewertet.
  • 0

Maulburg/AßlarDer Vakuumpumpenhersteller Busch will seinen Anteil am börsennotierten Konkurrenten Pfeiffer Vacuum ausbauen und den Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten. Busch bietet den Pfeiffer-Anteilseignern 96,20 Euro je Aktie, wie die Firma am Dienstag mitteilte. Vordringliches Ziel sei aber nicht die Komplettübernahme des Vakuumpumpenherstellers, sagte Busch-Gesellschafter Sami Busch der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir wollen, dass beide Unternehmen selbstständig am Markt agieren und Pfeiffer börsennotiert bleibt.“

Die Offerte sei der Tatsache geschuldet, dass Busch bei Pfeiffer die 30-Prozent-Hürde überschreiten wolle und daher von Gesetz wegen zu einem Übernahmeangebot verpflichtet ist. „Wir haben keine Mindestannahmeschwelle gesetzt. Wir sind mit jeder Beteiligungshöhe zufrieden."

Anleger spekulierten indes auf eine höhere Offerte. Die im TecDax gelisteten Aktien legten um über acht Prozent zu und notierten mit 101,45 Euro deutlich über dem Angebotspreis.

Das badische Familien-Unternehmen aus Maulburg mit seinen 3000 Beschäftigten hält bereits rund 27 Prozent an Pfeiffer. Zudem sicherte sich Busch weitere Anteile, so dass die Beteiligung an Pfeiffer bei Veröffentlichung der Angebotsunterlagen 29,98 Prozent betragen wird. „Wir sehen im Vakuum-Markt sehr gute Wachstumschancen“, sagte Busch. Mit dem Ausbau der Beteiligung wolle Busch davon noch stärker profitieren. Der Manager betonte: „Busch und Pfeiffer sind im eigentlichen Sinne keine Wettbewerber, da wir mit unseren jeweiligen Technologien unterschiedliche Zielgruppen bedienen.“

Mit dem Angebot, das einen Aufschlag von zwölf Prozent auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs bedeutet, würde Pfeiffer mit 949 Millionen Euro bewertet. Ob das Pfeiffer-Management die Annahme der Offerte empfehlen wird, ist noch offen. Das Angebot sei völlig überraschend gekommen, sagte ein Sprecher. Daher gebe es derzeit noch keine Stellungnahme.

Pfeiffer hatte für 2016 deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen angekündigt, nachdem der Konzern im Jahr zuvor nach dreijähriger Durststrecke zurück auf Wachstumskurs gekommen war. Bei einem Umsatz von 451,5 Millionen Euro verbuchte der Konzern ein Betriebsergebnis (Ebit) von 60,8 Millionen Euro. Die Firma beliefert neben der Halbleiter- und Solarindustrie unter anderem auch Hersteller von DVDs, mechanischen Werkzeugen und Brillengläsern. Die Busch-Gruppe beliefert dagegen die Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie die chemische und holzverarbeitende Industrie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Busch-Gruppe: Großaktionär will mehr von Pfeiffer Vacuum"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%