Bußgelder der US-Börsenaufsicht akzeptiert
Daimler-Chrysler räumt Korruptionsfälle ein

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat eine Reihe von Korruptionsfällen eingeräumt. Bei internen Untersuchungen seien „unkorrekte Zahlungen“ in Afrika, Asien und Osteuropa aufgedeckt worden, erklärte das Unternehmen in einem Bericht an die amerikanische Börsenaufsicht SEC und bestätigte damit einen Bericht des „Wall Street Journal“.

HB FRANKFURT/MAIN. Der SEC wurden die Ergebnisse der Nachforschungen am Montag offiziell zugeleitet. In den USA ermitteln SEC und Justizministerium, ob der Konzern das US-Schmiergeldgesetz sowie die Schutzvorschriften für so genannte Whistleblower (Informanten) verletzt hat.

Wie viele Mitarbeiter entlassen oder vom Dienst freigestellt worden sind, wurde nicht mitgeteilt. Unternehmenssprecher Thomas Fröhlich erklärte, Konzernchef Dieter Zetsche und Finanzvorstand Bodo Uebber hätten Maßnahmen ergriffen, um ein ethisches und transparentes Verhalten von Mitarbeitern sicherzustellen. Bei den Vorfällen gehe es unter anderem um Steuerverbindlichkeiten, falsche Klassifizierungen und falsche Verbuchungen. Zugleich akzeptierte der Konzern US-Bußgelder, die den Betriebsgewinn für dieses Jahr um 16 Mill. Euro drücken.

Das Eingeständnis von Daimler-Chrysler sei eine weitere unerwartete Wendung in den andauernden strafrechtlichen Untersuchungen des US-Justizministeriums, schreibt das „WSJ“. Daimler-Chrysler steht in Verdacht, in mindestens einem Dutzend Ländern Schmiergelder gezahlt zu haben, von denen führende Mitarbeiter gewusst hätten.

In der Mitteilung an die SEC vom Montag schreibt Daimler-Chrysler laut „WSJ“, in der Gewinn- und Verlustrechnung 2005 seien im Zusammenhang mit den “Zahlungen“ Belastungen verbucht worden, um die Falschverbuchungen in den Jahren 2003 und 2004 zu korrigieren. Diese hätten das operative Ergebnis 2005 um 16 Mill. Euro und das Nettoergebnis 2005 um 64 Mill. Euro geschmälert.

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