BYD
Buffett setzt Daimler-Partner unter Druck

Wenn der amerikanische Investor Warren Buffett in den kommenden Tagen bei dem chinesischen Autohersteller BYD nach dem Rechten sieht, könnte dessen Firmenchef Wang Chuanfu ordentlich nervös werden. Von Buffetts Urteil hängt ab, ob Wang seine Erfolgssträhne fortsetzen kann oder nicht.
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PEKING. BYD war von einer Welle der Zustimmung getragen, seit Buffett vor zwei Jahren mit 232 Mio. Dollar bei dem Unternehmen eingestiegen ist – schließlich ist der Segen des legendären Großanlegers in der Finanzwelt so etwas wie eine Garantie für gute Investments. Der Aktienkurs des Unternehmens an der Börse Hongkong schoss nach oben und liegt heute im Verhältnis zu Umsatz und Gewinn weit über dem vergleichbarer Konkurrenten.

Doch Wang gelingt bei weitem nicht so viel, wie er seinerzeit versprochen hat. Das Geschäft auf dem chinesischen Markt lief im vergangenen Jahr zwar sehr gut, doch der internationale Siegeszug mit Elektroautos lässt auf sich warten. Gerüchten zufolge erwägt Buffett nun sogar einen Rückzug aus seinem China-Investment. Der Zeitpunkt für einen Ausstieg bei BYD wäre derzeit jedenfalls günstig: Der Wert des Buffett-Anteils hat sich versiebenfacht und beträgt nun 1,6 Mrd. Dollar. Der Gewinn aus dem Investment von nur 232 Mio. Dollar würde vermutlich auch Buffett und seine Firma Berkshire Hathaway reizen.

Die Tendenz für das Papier sieht dagegen weniger günstig aus. Die Aktie hat in den vergangenen zehn Monaten ein Fünftel an Wert verloren, da die Euphorie um den ehrgeizigen chinesischen Batteriespezialisten abgeklungen ist. „Da der alte Mann immerhin einen vielfachen Wertgewinn einstreichen kann, könnte er jetzt versucht sein, Kasse zu machen“, sagt Branchenexperte Andrew To von Tai Fook Securities in Hongkong der Nachrichtenagentur Reuters. Analysten erwarten, dass die BYD-Zahlen für das dritte Quartal ziemlich schlecht ausfallen – das könnte der Aktie zusätzlich schaden.

Buffett ist bei BYD nicht eingestiegen, weil er sich an einem beliebigen chinesischen Autohersteller beteiligen wollte – es ging ihm speziell um dessen Vorsprung in der Zukunftstechnik. Deutsche Manager teilten seine Meinung: Daimler arbeitet mit BYD bei Elektroautos zusammen, VW ist in Gesprächen.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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  • Warren buffet hat vollkommen recht. bYD ist von der Presse, auch der deutschen, hochgejubelt worden und jetzt zeigen sich allmaehlich die Realitaeten. Der beste Kommentar war der einer deutschen Journalistin, die ganz verzueckt davon berichtete, dass der Chef von bYD seine batterien sogar ass, um zu zeigen wie umweltfreundlich sie sind. ich nehme an, es waren Fortune cookies und drinnen stand nichts Gutes. Auch fuer bYD und die China-Euphorie gilt, Wunder dauern etwas laenger.
    ich hoffe, Mercedes baut nicht nur auf diesen Partner.

  • Eigentlich eine bodenlose Frechheit.
    Da wird ein Unternehmen unterstützt und die Geschäfte laufen sehr gut und wenns mal nix positives wird, wirds wie ne faule Kartoffel fallen gelassen.
    ich wette, dass nichtmal 80% des Vermögens von buffet hart verdientes Geld sind.
    Nein, mit Neid hat das beileibe nichts zu tun, aber so wie das Ausmaße annimmt, finde ich es nur noch lächerlich.

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