C-Klasse
Daimler-Betriebsrat kämpft gegen Verlagerung

Bei Daimler herrscht gewaltige Unruhe. Der Autobauer erwägt, seinem größten Werk Sindelfingen die Fertigung der C-Klasse zu entziehen und im Gegenzug den Sportwagen SL dort statt wie bisher in Bremen bauen zu lassen. Dagegen wehrt sich Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm im Interview vehement. Zugleich rüstet er sich bereits für den Aufschwung.

Kommt nach der Wahl das dicke Ende mit Massenentlassungen?

Ich hoffe nicht. Bei den Autoherstellern denke ich haben wir nach 15 Monaten mit Rückgängen den Tiefpunkt hinter uns.

Und was wenn nicht?

Die Ausdehnung der Kurzarbeit auf 24 Monate war sehr, sehr wichtig und hat bislang vieles abgefedert. Wir haben also noch bis Ende 2010 etwas Luft, um mit der Stammbelegschaft an Bord durch die Krise zu kommen.

Sollte die Kurzarbeit verlängert werden?

Generell kann man das jetzt noch nicht sagen. Die Politik kann ja nun über eine Verlängerung der Kurzarbeit auch über 24 Monate hinaus entscheiden. Aber wir gehen ja davon aus, dass sich die Situation bis dahin wieder verbessert hat.

Wo ist denn die kritische Grenze?

Wir wollen auf jeden Fall Beschäftigung sichern. Ein Personalabbauprogramm ist sehr teuer und für die Unternehmen ist von zentraler Bedeutung, dass sie ihre qualifizierten Kräfte an Bord halten. Das muss man alles abwägen.

Verschleiert die Kurzarbeit denn nicht die wahren Probleme und wirkt wie Valium, wie es kürzlich ein Vorstandschef aus der Autozulieferindustrie ausdrückte?

Ohne die Ausdehnung der Kurzarbeit auf 24 Monate sähe es bereits bitter aus. Seit der Lehman-Pleite ist die Steigerungsrate der Arbeitslosigkeit in Deutschland im internationalen Vergleich sehr klein. Und das ist das Resultat der Verlängerung der Kurzarbeit, auf die Gewerkschaften gedrängt haben und die der Bundesarbeitsminister umgesetzt hat. Er hat außerdem die Kosten für die Kurzarbeit gesenkt und sie damit für die Unternehmen attraktiver gemacht, da jetzt die Sozialversicherungsbeiträge nach 6 Monaten vom Staat übernommen werden.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass man bei so wichtigen Entscheidungen eben alle betroffenen Gruppen einbindet und so zu vernünftigen Ergebnissen kommt.

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