C-Klasse
Daimler handelt sich Kritik und Lob ein

Die Verlagerung der Produktion der Mercedes-C-Klasse von Sindelfingen in die USA und in die Werke in Bremen, China und Südafrika findet bei Branchenexperten trotz der massiven Kritik der Arbeitnehmer Zustimmung. Die Fachleute loben die Maßnahme angesichts der Ertragsprobleme und auch die Börsen reagierten positiv.
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STUTTGART. Daimler kämpfe mit massiven Ertragsproblemen und könne sich daher keine Kosten-Ineffizienzen erlauben, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen. Die Börse reagierte mit einem leichten Kursanstieg um ein halbes Prozent auf 35,30 Euro.

Christoph Stürmer vom Marktforschungsunternehmen IHS Global Insight geht noch weiter: „Das ist erst der erste Schritt für die komplette Überarbeitung der Produktionsstruktur von Daimler“, sagte er. Das Sindelfinger Werk platze aus allen Nähten und erlaubt keine zeitgemäße Logistik, betonte Stürmer. „Das ist die richtige Entscheidung“, lobte ein weiterer Daimler-Analyst. Ein Fünftel der C-Klasse-Autos werde derzeit schon in den USA verkauft. Da viele Beschäftigte Daimler bis 2014 freiwillig oder aus Altersgründen verließen, könne der Konzern die „wenigen Tausend überflüssig werdenden Stellen“ voraussichtlich mit Abfindungen abbauen.

Die Arbeitnehmerseite sieht mindestens 3 000 Stellen bedroht. Daimler kündigte gestern allerdings überraschend an, dass mit der Verlagerung kein Jobabbau verbunden sei. 1 200 Beschäftigte würden zur Kompensation den Sportwagen SL bauen, dessen Montage von Bremen nach Sindelfingen kommt. „Den 1 800 übrigen Beschäftigten werden andere Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten“, sagte Personalvorstand Wilfried Porth.

Mercedes-Produktionschef Rainer Schmückle betonte in einer Telefonkonferenz, die durch die Verlagerung frei werden Kapazitäten sollten zum Beispiel für die verstärkte Montage von Brennstoff- und Hybridfahrzeugen genutzt werden. Die Details würden mit dem Betriebsrat ausgehandelt. Die Jobs in Bremen sind dagegen gesichert. Im US-Werk Tuscaloosa soll die Zahl der Beschäftigten von derzeit 2 800 auf rund 4 000 steigen. Dort waren allerdings in den vergangenen Monaten wegen der Krise fast 1 000 Arbeitsplätze gestrichen worden.

Die C-Klasse ist eines der wichtigsten Modelle von Mercedes. Jedes dritte verkaufte Fahrzeug der Stuttgarter kommt aus der Baureihe, rund 440 000 Autos wurden im vergangenen Jahr verkauft.

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  • Die geplanten Stellenstreichungen und die Verlagerung der Arbeitsplätze ist ein weiter Schlag in das Gesicht eines jeden betroffenen. Uns wird gesagt das dies Aufgrund der Globalisierung so sein muss.
    Aber es ist kein Naturgesetz das es uns immer schlechter gehen muss. Denn uns müsste es eigentlich immer besser gehen ! Wir können mit immer weniger Aufwand immer mehr produzieren!

    Wir müssen nur endlich die Ursache angehen !

    Mehr dazu

    http://www.arbeitslosigkeit-besiegen.de

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