C-Klasse-Produktion
Gefahr für Daimler-Werk Sindelfingen

Dem größten Daimler-Werk in Sindelfingen bei Stuttgart droht der Verlust der C-Klasse. Der Autobauer soll erwägen, die Fertigung des Modells teilweise aus Deutschland abzuziehen und in die USA zu verlagern. Zum Ausgleich könnte der Roadster SL künftig in Sindelfingen produziert werden. Das wiederum ginge auf Kosten eines anderen deutschen Standorts.

HB STUTTGART. Das Management prüft, die C-Klasse zusätzlich im US-Werk Tuscaloosa vom Band laufen zu lassen, berichtete die "Stuttgarter Zeitung". Das Werk Bremen würde damit zum einzigen deutschen Standort, an dem die Baureihe produziert werde.

Ein Daimler-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur ap am Mittwoch: "Es gibt zur Standortpolitik der C-Klasse weder eine Entscheidung noch eine Empfehlung." Der Betriebsrat hatte allerdings schon vor wenigen Tagen vor solchen Überlegungen gewarnt und sieht Tausende Jobs in Gefahr. Er hatte Plänen zur Verlagerung in die USA oder auch nach China oder Südafrika eine klare Absage erteilt.

Mit der Produktion der C-Klasse in den USA will das Unternehmen dem Bericht zufolge Kostenvorteile nutzen und unabhängiger von Schwankungen des Dollar-Kurses werden. Nach internen Berechnungen betrügen die Lohnkosten je Stunde in Amerika umgerechnet etwa 30 Euro je Stunde, in Sindelfingen dagegen rund 54 Euro. Weil auch Frachtkosten und anderes gespart werden könnte, würden die Einsparungen je Auto bei einer US-Produktion auf 1 200 bis 1 500 Euro je Auto geschätzt. Ob eine Verlagerung beschlossen werde hänge unter anderem davon ab, wie das Management die weitere Entwicklung des Dollarkurses einschätze.

Daimler hält es dem Bericht zufolge bei einem schwachen Dollar für schwierig, mit den aus Deutschland exportierten Wagen der C-Klasse auf dem US-Markt Geld zu verdienen. Um den Stellenabbau in Sindelfingen zu dämpfen, werde erwogen, die Fertigung des Edelroadsters Mercedes-Benz SL von Bremen nach Sindelfingen zu verlagern. Bremen sei heute bereits der wichtigste Standort für die C-Klasse. Dort laufen den Angaben zufolge rund 1 000 Wagen dieser Baureihe vom Band. In Sindelfingen seien es etwa ein Drittel weniger.

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