Karmann meldet Insolvenz an

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Wulff hatte den Karmann-Beschäftigten wiederholt Hoffnung auf einen VW-Auftrag gemacht. VW zählte früher zu den größten Kunden von Karmann. Eine von Karmann entworfene Cabrio-Studie auf Basis des VW Polo war zuletzt bei Volkswagen nicht auf eine positive Resonanz gestoßen.

Grundsätzlich sei Karmann von der schweren Absatzkrise in der Automobilindustrie schwer getroffen, zumal sich das Unternehmen in einer Restrukturierung befinde, sagte Dudenhöffer. „Dazu kommt eine andere Politik der Autobauer, die im Fahrzeugbau Kapazitäten zurückfahren.“

Dudenhöffer sagte zudem, auch Karmann habe Fehler gemacht. Er verwies auf einen Rechtsstreit zwischen Karmann und Porsche. Karmann hatte Porsche Ideenklau beim Modell Boxster vorgeworfen. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte ein angespanntes Verhältnis zu Karmann eingeräumt.

Konkret geht es um einen von Karmann erhobenen Anspruch in Millionenhöhe gegen den US-Autokonzern Chrysler, den die Niedersachsen vor einem internationalen Schiedsgericht in London durchzusetzen versuchen. Ein Gütetermin ist für den Frühsommer angesetzt. Die abschließende Entscheidung erwarten die Karmann-Manager bis Herbst 2009.

Aus Sicht der Niedersachsen haben die Amerikaner als Auftraggeber beim Auslauf der von Karmann produzierten Chrysler-Modelle vom Typ Crossfire Verträge verletzt. Die Produktion musste Ende 2007 vorzeitig beendet werden, womit die Stückzahl unter den Erwartungen blieb und Anlagen und Mitarbeiter nicht ausgelastet waren. Insgesamt wurden in Osnabrück 76 000 Crossfire gebaut. Coupé und Cabrio auf Basis des Mercedes-SLK-Vorgängers floppten durch eine Fehlschätzung des Währungskurses: Der steigende Euro verteuerte den Export in die USA vom Start des Projekts bis zu seinem Ende um fast 70 Prozent.

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