Eon-Chef Wulf Bernotat geht nach Ansicht von Analysten mit der neuerlichen Erhöhung des Endesa-Angebots aufs Äußerste. Foto: ap
Eon will Rivalen mit Klagen ausschalten
Der im Übernahmekampf in die Enge getriebene Energiekonzern Eon will zudem seine Konkurrenten nun auf juristischem Weg in die Knie zwingen. Die Düsseldorfer überzogen die Endesa-Großaktionäre Enel und Acciona am Montag mit Klagen in den USA und Spanien. Irreführung des Marktes, Verstoß gegen das Übernahmerecht und sogar Insider-Handel lauten die Vorwürfe von Eon.
„Das rechtswidrige Vorgehen von Acciona und Enel ist ein Versuch, die Endesa-Aktionäre zu täuschen und den Preis der Aktie zu manipulieren“, argumentierte Eon in einer Mitteilung. Der italienische Energieriese Enel und der spanische Baukonzern Acciona, die sich zusammen schon 46 Prozent an Endesa gesichert haben, sollen ihre Aktien wieder verkaufen müssen und keine weiteren Anteile erwerben dürfen.
Damit setzt Deutschlands größter Energiekonzern in dem beispiellosen Bieterrennen nicht mehr nur auf die Macht des Geldes, obwohl Eon zum Wochenstart auch finanziell erneut nachlegte. Der Konzern, der vor mehr als einem Jahr bei 29 Mrd. Euro gestartet war, bietet nun 42,3 Mrd. oder 40 Euro je Endesa-Aktie. Doch auch dieser Preis wurde von Enel und Acciona postwendend gekontert mit 41 Euro je Anteilsschein - falls Eon zunächst die angestrebte Mehrheit verfehlt.
Eon will Endesa unbedingt, da der Konzern mit keinem anderen Unternehmen auf einen Schlag eine solche Größe erhalten kann. Eon-Chef Wulf Bernotat treibt nun schon seit über einem Jahr die Pläne zum Aufstieg in die Weltspitze der Strom- und Gasversorger voran. Er wollte sich mit Enel und Acciona gütlich einigen. Nun platzte dem gelernten Juristen, der zuletzt selbst eigene Zweifel am Erhalt einer Mehrheit durchblicken ließ, aber offenbar der Kragen. Bernotat begrüßte das Vorgehen der Börsenaufsicht CNMV in Madrid, die bereits am Freitag Enel und Acciona vorerst ein eigenes Angebot untersagte. „Das kann aber nur der Beginn weiterer Verfahren und Ermittlungen mit entsprechenden Sanktionen sein“, forderte Bernotat in der Eon-Mitteilung zu Wochenbeginn.

