Cannes
Jahrmarkt der Eitelkeiten

Stars des Film-Festivals wie Penelope Cruz, Audrey Tautou oder Sofia Coppola leihen sich in Cannes Roben und Juwelen aus. Die Luxusfirmen wiederum reißen sich darum, sie für das werbeträchtige Blitzlichtgewitter einzukleiden – das Filmfestival ist eines der größten Medienereignisse weltweit.

CANNES. Hunderte von Plakaten werben neben dem „Bunker“ – wie der klotzige Festivalspalast in Cannes genannt wird – für die neuesten Filme. Doch nicht alleine dafür: Überall in der Stadt prangen Logos von Luxusfirmen. Und wenn sich die Fotografen schon Stunden vor dem Auftritt auf dem legendären roten Teppich versammeln, dreht sich alles nur um ein Thema: „Wer trägt welches Designerkleid und welchen Schmuck.“

Stars des Film-Festivals wie Penelope Cruz, Audrey Tautou oder Sofia Coppola leihen sich in Cannes Roben und Juwelen aus. Die Luxusfirmen wiederum reißen sich darum, sie für das werbeträchtige Blitzlichtgewitter einzukleiden – das Filmfestival ist eines der größten Medienereignisse weltweit. Ein Bild vom roten Teppich geht um die Welt und ist die beste Image-Werbung für eine Marke. Die Filme scheinen dabei fast eine Nebenrolle zu spielen.

Im Luxushotel „Majestic“ gegenüber vom Festivalspalast hält Caroline Gruosi-Scheufele, Copräsidentin des Schweizer Juweliers Chopard, Hof und erklärt, warum Chopard seit 1998 offizieller Partner des Festivals ist. „Ein Star-Auftritt auf dem roten Teppich erreicht rund 3 000 Medien“, sagt sie. Das Unternehmen stellt die Trophäe, die „Goldene Palme“, zur Verfügung und investiert mindestens zwei Mill. Euro pro Festival. Rund 500 Schmuckstücke hat Chopard mitgebracht – bewacht von fast 30 Bodyguards. Als offizieller Partner ziert Chopard mit Schmuckstücken die meisten Stars. Angeblich tragen diese beim Festival die Juwelen aus „reiner Freundschaft“. Doch seit Jahren halten sich die Gerüchte, dass sich einige der Leinwand-Schönheiten den Freundschaftsdienst gut bezahlen lassen.

Die Alternative zu den Diamanten sind der Glasschmuck und die kristallverzierten Taschen von Daniel Swarovski aus Paris. „Wir schenken den Stars jedes Jahr eine Tasche und hoffen, dass sie auf dem Laufsteg getragen wird. Wir haben auch 150 Kartons mit Schmuck zum Ausleihen dabei“, sagt Sprecherin Celia Aklil. Außerdem hat Swarovski den angesagten Nachtclub „Jimmy’z“ neben dem Festivalpalast dekoriert.

Auch Kosmetikhersteller L’Oreal beteiligt sich seit neun Jahren als Partner des Festivals. In der Dachterrassen-Suite des Luxushotels „Martinez“ mit atemberaubendem Blick über die Bucht stehen Make-up und Hunderte von Lippenstiften. L’Oreal schminkt während der knapp zwei Wochen rund 1 000 Personen. „Film und Schönheit gehören eng zusammen“, sagt die deutsche Sprecherin Heike Leder. Außerdem treten L’Oreal-Models wie Claudia Schiffer auf dem roten Teppich auf.

Monate vorher bereiten sich auch die Modehäuser Chanel, Dior, Versace und Armani auf Cannes vor. Sie haben alle eine Verantwortliche für das so genannte „Celebrity Dressing“, die ständig Kontakt mit den Stars hält. Chanels ist mit 15 Roben angereist – als Notlösung für die oft bis zur letzten Minute unentschlossenen Stars. „Kleider ausleihen ist billiger als klassische Werbung und besser fürs Image", sagt Chanels Verantwortliche Elsa Heizmann. „Meist entdecken wir allerdings erst mit dem Publikum, ob eine Schauspielerin tatsächlich ein Chanel-Kleid auf dem roten Teppich trägt. Viele leihen bei mehreren Modehäusern." Besonders unentschlossen war in diesem Jahr die Französin Audrey Tautou, die Hauptdarstellerin in „Sakrileg“. Sie zog sich gleich dreimal um, bevor sie sich im weißen Mini von Balmain auf den roten Teppich wagte.

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