Car-Sharing-Muffel
Daimler stellt Car2Go in Großbritannien ein

Es war einen Versuch wert, doch die Briten wollen offensichtlich nicht auf ihr eigenes Auto verzichten: Daimler stellt seinen Dienst Car2Go auf der Insel ein. In anderen Ländern funktioniert das Modell besser.
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StuttgartDer Autobauer Daimler stellt erstmals sein Car-Sharing-Angebot car2go in einem Land ein. Zum 30. Mai werde der Dienst zur zeitweisen Nutzung der Stadtflitzer Smart in Großbritannien beendet, kündigte das Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und dem Autovermieter Europcar auf ihrer Internetseite an. Die Briten bevorzugen offenbar das eigene Auto. Die notwendigen fünf bis acht Buchungen pro Tag kamen meist nicht zustande, sagte ein Daimler-Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Neben zu geringer Nachfrage trieben auch administrative Hürden das Unternehmen zur Aufgabe des Angebots in einigen Londoner Stadtteilen und in Birmingham. In London sei es nicht gelungen, ein ausreichend großes Einsatzgebiet zu erschließen. Mit den Verwaltungen in allen 32 Stadtteilen musste einzeln über die Parkraumnutzung verhandelt werden, was sich zäh gestaltete. Da car2go keine festen Standplätze hat, sondern die Autos nach einem "Free-Floating"-Konzept überall abgestellt werden können, muss das Zahlen der Parkgebühr geregelt werden.

Die Zahl der Kunden lag in Großbritannien bei nicht mal 10.000, ergänzte der Sprecher. Italiener oder Deutsche sind in den Großstädten leichter von dem Mietmodell zu begeistern. Innerhalb von zehn Monaten hätten sich in Rom und Mailand insgesamt 110.000 Nutzer angemeldet. In Deutschland können die Smarts - und demnächst auch die B-Klasse - in sieben Städten gebucht werden. Mit jeweils 70.000 wohnen die meisten Kunden in Berlin und Hamburg.

Das vor fünf Jahren gestartete Mietmodell ist ein wichtiger Vermarktungskanal für den Kleinwagen Smart, der in diesem Jahr runderneuert wird und auch wieder als Viersitzer kommt. Weltweit wird car2go in 25 Städten angeboten und hat rund 750.000 registrierte Nutzer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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