Caravan und Camping Wohnmobil-Hersteller werben um die Rentner von morgen

Die Wohnmobil-Branche erlebt einen Imagewandel – und zeigt sich beim Branchentreff in luxuriöser Designeroptik. Caravaning weckt nicht nur deswegen immer mehr das Interesse der jungen Kunden.
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Das ausgefallene Wohnmobil „Wacken Vantana“ des Herstellers Hobby, steht in einer der Messehallen auf der Messe in Stuttgart. Der Wagen wurde von Auszubildenden des Herstellers als Heavy-Metal-Festival-Taugliches Fahrzeug umgebaut. Quelle: dpa
Messe „Caravan Motor Touristik“

Das ausgefallene Wohnmobil „Wacken Vantana“ des Herstellers Hobby, steht in einer der Messehallen auf der Messe in Stuttgart. Der Wagen wurde von Auszubildenden des Herstellers als Heavy-Metal-Festival-Taugliches Fahrzeug umgebaut.

(Foto: dpa)

Stuttgart Als Tempomacher sind Wohnmobile nicht bekannt. Auf Autobahn und Bundesstraßen zischen Autos gewöhnlich an den Großgefährten vorbei. Beim Blick auf Verkaufszahlen sind Wohnmobile hierzulande hingegen auf der Überholspur. Der Hersteller-Umsatz zog 2016 um fast ein Fünftel an auf 3,94 Milliarden Euro, die Zulassungszahl der Reisemobile in Deutschland stieg gar um knapp ein Viertel auf 35.000, wie der Branchenverband CIVD mitteilte. „Caravaning liegt im Trend“, jubelt die Branche.

Entsprechend gut gelaunt präsentierten sich Wohnmobil-Anbieter bei der Stuttgarter Messe CMT, der „Caravan Motor Touristik“, die noch bis Sonntag (22. Januar) dauert. „Die Geschäfte laufen sehr zufriedenstellend“, sagt Bernhard Kibler, Geschäftsführer des Herstellers Hymer. Im laufenden Geschäftsjahr will die Firma 10.500 Fahrzeuge verkaufen, rund 20 Prozent mehr als zuvor. Seit 2009 habe man den Absatz verdoppelt, sagt Kibler.

Die Firma Carthago bezeichnet den Verlauf ihrer Geschäfte ebenfalls als sehr gut. „Die Produktionskapazitäten von Carthago sind für die laufende Saison nahezu ausgeschöpft“, sagt Marketingchefin Alexandra Naleppa. Der hochpreisige Anbieter hat sich seit 2010 auf zuletzt etwa 5000 produzierte Fahrzeuge pro Jahr verdoppelt.

Camper haben mehr Auswahl als je zuvor
Europas wichtigste Branchenmesse zeigt sich so groß und so bunt wie nie.
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Vom 27. August bis zum 4. September feiert die Caravan- und Reisemobilbranche ihre große Show auf dem 55. Caravan-Salon in Düsseldorf. Dass die Branche sich seit Jahren über steten Zuwachs freut, einen Rekord nach dem anderen meldet und selbst in ihren optimistischsten Prognosen regelmäßig von der Realität überholt wird hat nun wohl auch die Kreativabteilungen wachgerüttelt ...

Mercedes-Benz G-Klasse mit G-Box von Ququq
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Rollende Behausungen für den Urlaub sind bei den Kunden gefragt wie selten zuvor. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland mehr Freizeitfahrzeuge neu zugelassen als je zuvor. Der Absatz erhöhte sich auf 42.539 Einheiten, ein Plus von 16,1 Prozent. Die Zahl der neu zugelassenen Reisemobile stieg auf 27.182, ein Plus von 21,4 Prozent. Wohnwagen verzeichnen ein Plus von 7,8 Prozent, das bedeutet 15.357 neu zugelassene Caravans.

Kein Wunder, dass auch der Caravan Salon in Düsseldorf (27.8.–4.9.2016) zum 55. Geburtstag der weltgrößten Messe rund um den mobilen Urlaub wieder neue Rekordzahlen vorweisen kann und mit einer zusätzlichen Halle größer denn je sein wird ...

Ford Nugget
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Neben dem anhaltenden Trend zu kompakten Reisemobilen sind Bemühungen um ein schickeres Außendesign, das sich an automobilem Styling orientiert, unverkennbar. Und aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus werden auch die Innenarchitekten wieder mutiger und beeindrucken mit einer ebenfalls noch nie dagewesenen Grundriss-Vielfalt ...

Der Trend zu kompakten Freizeitfahrzeugen ist nicht neu:
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„Teilintegrierte Reisemobile und Kastenwagen zählen zu den absoluten Publikumslieblingen und machen etwa 70 Prozent der Zulassungen aus“, erläutert Hans-Karl Sternberg, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD). Das verwundert nicht.

Sie werden fast ausschließlich in der Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen angeboten und sind besonders wichtig für Menschen, die erst nach 1999 ihren Führerschein gemacht haben und für schwerere Fahrzeuge einen Zusatzführerschein benötigen.

Allerdings verschiebt sich der Schwerpunkt ...

VW California Ocean
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Allerdings verschiebt sich der Schwerpunkt immer mehr zu den Kastenwagen-Ausbauten, die diesmal in der großen Halle 15 sogar ein eigenes Refugium haben. Natürlich wird hier auch Camper-Primus VW mit seinem Bestseller California, dessen Palette lediglich um die Ocean-Sondermodelle Red, Blue und Grey mit entsprechend farbigen Aufstelldächern erweitert wird, beheimatet sein. Allerdings wird die Konkurrenz immer größer ...

Pössl Campster
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So stellt etwa der Kastenwagen-Spezialist Pössl seinen ersten Campingbus vor und greift mit seinem Campster auf Citroen-Spacetourer-Basis den Hannoveraner Bestseller mit einem variableren Grundriss an, bei dem sich zwecks bequemerem Personentransport der Küchenblock schnell ausbauen lässt. 38.000 Euro sind ein echter Kampfpreis.

California-Klasse auf Renault-Trafic-Basis
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Der slowenische Hersteller Adria versucht mit dem Active auf Basis des Renault Trafic in der California-Klasse sein Glück.

Und die zu Eura-Mobil gehörende Marke Karmann legt sogar schon eine zweite Variante des Colibri nach und hat das Kunststück fertig gebracht, eine Winkelküche nebst Bad und Toilette im Heck des Renault-Vans unterzubringen.

Woran liegt das rasante Wachstum? Zunächst einmal am tiefen Fall in der Finanzkrise - damals brachen die Absatzzahlen ein, danach ging es dank der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland zügig bergauf. Ganz geheilt sind die Wunden aber noch nicht. Man komme „langsam wieder auf das Niveau von vor der Finanzkrise zurück“, sagt Naleppa.

Ein Sprecher des Herstellers Hobby verweist zudem auf Terrorismus in anderen Ländern. Dadurch mieden Urlauber gewisse Reiseziele und stiegen stattdessen ins Wohnmobil. Das Unternehmen vermeldet Zuwächse von etwa 20 Prozent.

Caravaning statt Pauschalurlaub
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1 Kommentar zu "Caravan und Camping: Wohnmobil-Hersteller werben um die Rentner von morgen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nach Erst-, Zweit-, Dritt- und Familien-Auto kommt also jetzt noch ein Wohnmobil pro Familie dazu.

    Wo der Platz für diese ganzen Kisten herkommen soll, wird sehr bewußt verschwiegen. Für mich ist das Egoismus in Reinkultur.

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