Carbon Dioxide Capture and Storage
Eon fordert Zuschuss für sauberes Kohlekraftwerk

Eon will in Großbritannien ein Kohlekraftwerk bauen, das keinen Dreck in die Atmosphäre schleudert - vorausgesetzt, die britische Regierung bezahlt dafür. Das Pokerspiel um die Finanzierung unterstreicht die Probleme der CO2-Speicherung.

LONDON. Der Energiekonzern Eon hat der britischen Regierung angeboten, auf der Insel das weltweit größte saubere Kohlekraftwerk zu errichten. Das Projekt Kingsnorth mit einer Leistung von 1,6 Gigawatt könne komplett mit CCS-Technologie zum Auffangen und unterirdischen Speichern der CO2-Emissionen ausgerüstet werden, warb der Konzern gestern in London. Voraussetzung sei aber, dass die Regierung die finanziellen Risiken trage, die das Demonstrationsvorhaben mit sich bringe. Dabei könnte es um rund eine Milliarde Euro gehen.

"Wenn sie es bezahlen, dann bauen wir es", umriss Eon-Landeschef Paul Golby die Haltung des Konzerns. "Wenn die Regierung neue Kohlekraftwerke gebaut haben will, dann muss das für die Energieversorger wirtschaftlich sein."

Kraftwerke mit CCS-Technologie auszurüsten, erhöhe die Baukosten um rund 50 Prozent, sagte Jim Lightfoot, Geschäftsführender Direktor der britischen Stromproduktion bei Eon. Auch die Betriebskosten steigen, weil die Absonderung des CO2 den Wirkungsgrad der Kraftwerke verringert. Für beides müsse die Regierung einen Ausgleich schaffen. Die Kosten für den Bau des Kraftwerks in Kingsnorth würden grob geschätzt 1,6 Mrd. Pfund betragen. Die englische Anlage würde ein bestehendes Kohlekraftwerk mit 1,94 Gigawatt Leistung ersetzen, das 2015 außer Dienst geht. Es wäre der erste Neubau eines Kohlekraftwerks seit den Siebzigerjahren in dem Land.

Die britische Regierung hat einen Wettbewerb um den Bau einer CCS-Demonstrationsanlage mit einer Leistung von 300 bis 400 Megawatt ausgeschrieben, an dem sich Eon beteiligt hat. Golby fürchtet jedoch, dass dieses Verfahren zu umständlich ist und unternimmt darum den Vorstoß für eine direkte Subvention für eine größere Anlage.

Das Pokerspiel um Kingsnorth illustriert die Probleme, die der Einstieg in die CCS-Technologie mit sich bringt. Viele Experten plädieren dringend für massive Investitionen in saubere Kohlekraftwerke. Länder wie China würden auf Jahrzehnte hinaus ihren Energiebedarf zum größten Teil mit Kohle stillen, warnt etwa die Internationale Energie-Agentur (IEA). Je schneller Kraftwerke mit Anlagen zur Speicherung der CO2- Emissionen ausgerüstet würden, desto größer seien die Chancen, die Folgen für das Klima zu beherrschen. Viele Umweltschutzorganisationen fordern hingegen, das dafür nötige Geld lieber in die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien zu stecken.

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