Carbonfaser-Hersteller
SGL startet mit Gewinneinbruch ins Jahr

Pannenserie bei Boeings Dreamliner, schleppende Windrad-Produktion: Der Carbonfaser-Hersteller SGL hat ein schwaches erstes Quartal hingelegt. Für das ganze Jahr erwartet der Konzernchef jetzt mit stagnierenden Erlösen.
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FrankfurtDas Debakel um den Boeing-Prestigeflieger Dreamliner und die maue Nachfrage aus der Windenenergie-Branche haben SGL Carbon den Jahresauftakt verhagelt. Das Betriebsergebnis (Ebitda) sei im ersten Quartal 2013 um 35 Prozent auf 34,1 Millionen Euro eingebrochen, teilte der Grafit-Spezialist am Freitag mit.

Die Pannenserie beim SGL-Kunden Boeing mit dem neuen Langstreckenjet Dreamliner drückte auf die Geschäfte. Der US-Konzern kämpfte mit Batterieproblemen und drosselte Produktionsmengen bei einer Modellvariante zugunsten einer anderen. Zudem schlug die schleppende Nachfrage nach Windrädern zu Buche. SGL stellt in dem Segment unter anderem Rotorblätter aus Carbonfasern für Windenergieanlagen her.

Überraschend ist die Talfahrt im Startquartal 2013 nicht: SGL hatte vorige Woche seine ohnehin trübe Jahresprognose unter Verweis auf die schlechte Lage bei wichtigen Abnehmern kassiert. Der Konzern, der unter anderem Grafitelektroden für Stahlhochöfen und Kathoden für die Aluminiumschmelze herstellt, rechnet nun dieses Jahr mit einem 20- bis 25-prozentigen Einbruch des Ebitdas. 2012 standen hier vor Wertberichtigungen 240 Millionen Euro zu Buche. Noch Mitte März hatte Konzernchef Robert Koehler für 2013 von einem erwarteten Rückgang von zehn bis 15 Prozent gesprochen.

Auch die Umsatzentwicklung bewertet der Vorstand vorsichtiger: In diesem Jahr werde nun mit stagnierenden Erlösen gerechnet. Vor sechs Wochen war noch ein leichtes Plus erwartet worden. In den ersten drei Monaten stieg der Umsatz um neun Prozent auf 414 Millionen Euro. SGL erzielte 2012 mit 6700 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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