Carlsberg hat im Januar Übernahme angekündigt: Holsten verkauft deutlich weniger Getränke

Carlsberg hat im Januar Übernahme angekündigt
Holsten verkauft deutlich weniger Getränke

Schon seit einiger Zeit heißt es, die Deutschen trinken immer weniger Bier. Das spürt man jetzt auch bei der Holsten Brauereigruppe: Vor allem das Bier in Dosen wird seit der Pfandeinführung gemieden.

HB HAMBURG. Die Brauereigruppe Holsten hat 2003 deutlich weniger Getränke verkauft als im Vorjahr.Das Dosenpfand hat dem Getränkehersteller zugesetzt und zu einem Absatzeinbruch im Inlandsgeschäft geführt.

Die Gruppe habe im vergangenen Jahr 12,9 Millionen Hektoliter Getränke abgesetzt, zehn Prozent weniger als im Vorjahr, teilte Holsten am Dienstag in Hamburg mit. Entsprechend habe sich der Umsatz um knapp zehn Prozent auf 752 Millionen Euro verringert. Zum Gewinn des abgelaufenen Jahres hieß es lediglich, das Unternehmen gehe dennoch von einem zufrieden stellenden Ergebnis aus. Ein Unternehmenssprecher verwies auf Nachfrage auf Angaben zu den ersten neun Monaten, wonach Holsten dank drastischer Einsparungen operativ mehr verdient hatte. Unter dem Strich halbierte sich der Reingewinn von Januar bis September jedoch auf 2,6 Millionen Euro. Die für Anfang Mai geplante Bilanzpressekonferenz werde wegen der Übernahme durch Carlsberg möglicherweise vorgezogen, sagte der Firmensprecher.

Als Ursache für den Einbruch beim Getränkeabsatz führt Holsten das Dosenpfand an. Besonders betroffen davon waren die überwiegend in Dosen gelieferten Handelsmarken, der Absatz den Angaben zufolge um 62,8 Prozent wegbrach. Insgesamt setzten die Holsten-Brauereien in Inland 7,55 Millionen Hektoliter Bier ab, das waren 12,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit war der Absatzrückgang mehr als drei Mal so groß wie in der Branche insgesamt.

Auch beim Bierexport registrierte Holsten einen Rückgang, allerdings mit leichten Erholungstendenzen zum Jahresende. Insgesamt exportierte die Gruppe gut eine Million Hektoliter, was einem Rückgang um 7,9 Prozent entsprach. Einschließlich Lizenzen konnte Holsten seinen Auslandsabsatz auf 1,60 von 1,56 Millionen Hektoliter aber leicht erhöhen. Der Absatz an alkoholfreien Getränken der Holsten-Tochter Hansa-Brunnen verringerte sich um 8,7 Prozent auf 3,77 Millionen Hektoliter. Carlsberg hatte im Januar - nur wenige Wochen, nachdem Holsten seine monatelange Partnersuche für gescheitert erklärt hatte - angekündigt, die Mehrheit an dem einstigen deutschen Marktführer zu übernehmen. Nach dem Kauf von mindestens drei Viertel der Holsten-Anteile sollen die Bier-Marken König und Licher an den Getränkekonzern Bitburger gehen. Auch das kürzlich ausgeweitete Mineralwassergeschäft soll verkauft werden.

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