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13.12.2007 
Unsicherheiten in Russland

Celesio verschiebt Protek-Übernahme

Die vom Pharmahändler Celesio angestrebte Übernahme des russischen Konkurrenten Protek verzögert sich. Der Grund sind politische Unwägbarkeiten.

HB STUTTGART. Es gebe Unsicherheiten über eine mögliche Verstaatlichung eines der drei größten Pharmahändler, zu denen auch Protek zähle, sagte Firmenchef Fritz Oesterle in Stuttgart.

Vor der Präsidentschaftswahl in Russland seien entsprechende Gerüchte hoch gekocht. Celesio wolle daher noch einige Wochen warten, um die weitere Entwicklung zu beobachten. "Wenn wir in den nächsten zwei Monaten die Chance haben, schlauer zu sein, dann nehmen wir die“, sagte Oesterle. Im laufenden Jahr werde es daher zu keinem Abschluss mehr kommen. Grundsätzlich sei die Übernahme nach Einschätzung von Celesio jedoch nicht in Gefahr.

Die Stuttgarter hatten bereits vor Monaten exklusive Verhandlungen über den stufenweisen Erwerb einer Mehrheit an Protek begonnen und wollten den Zukauf ursprünglich bis Mitte Dezember perfekt machen.

Protek hat den Angaben zufolge in Russland einen Marktanteil von rund 25 Prozent. Zu dem Unternehmen gehört die zweitgrößte russische Apothekenkette.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Oesterle zufolge legt sich Empörung der Apotheker nach Akquisition von Doc Morris

Auch außerhalb Russlands sieht Oesterle im kommenden Jahr Möglichkeiten für Zukäufe. Im Blick habe er vor allem Osteuropa. Die Welle der Empörung, die Celesio mit der Akquisition der Apothekenkette Doc Morris bei den Apothekern ausgelöst hatte, ebbe ab, sagte er.

Mit der Übernahme trat Celesio in direkte Konkurrenz zu seinen Kunden. Einige Apotheker wechselten daraufhin zu Konkurrenten wie Phoenix oder Anzag. "Wir haben in Deutschland leicht Marktanteile verloren, aber die ursprüngliche Emotionalität ist einem nüchternen Blick gewichen“, sagte Oesterle.

Der Zulauf zu Doc Morris sei weiterhin groß. Anfang Dezember habe Celesio bereits hundert Partnerverträge für die Apothekenmarke abgeschlossen und damit sein Ziel für 2007 frühzeitig erreicht.

Der Firmenchef rief die Konkurrenten auf, die seiner Ansicht nach ruinösen Rabattschlachten zu beenden und zu einer "vernünftigen Preisgestaltung“ zurückzukehren. "Diese Art von Wettbewerb muss enden. Wir schaden damit unserem Geschäft mehr, als es politische Eingriffe je tun könnten.“ Die Pharmahändler werben mit Preisnachlässen um die Gunst der Apotheken, die sich oft zusammenzuschließen, um höhere Rabatte beim Einkauf von Medikamenten zu bekommen.

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