Cemex: High Tech für Zement

Cemex
High Tech für Zement

Der mexikanische Zementhersteller Cemex expandiert mit einer Mischung aus Bodenständigkeit, moderner Technik und unternehmerischer Aggressivität in aller Welt – und steht kurz davor, Branchenführer zu werden. Längst ist Cemex nicht mehr nur in Mexiko eine Größe. MBA-Studenten in der ganzen Welt studieren die Fallstudie „The Cemex Way“.

SÃO PAULO. Wie Hunderte kreisrunde Inseln leuchten die blauen Lampen im Fußboden; in mannshohen schwarzen Schränken summen Zentralrechner vor sich hin. Zwischen zwei Säulen, auf einem ovalen Podest, stehen Computerarbeitsplätze bereit, ein paar Schritte dahinter eine weitere Reihe Schreibtische.

Was aussieht wie die Kommandobrücke eines Raumschiffs in einem Hollywood-Film, ist das Herz eines Zementkonzerns: Von hier aus, aus der Computerzentrale in der nordmexikanischen Stadt Monterrey, steuern Mitarbeiter von Cemex eine riesige Flotte von Zementmischern in vielen Städten rund um den Globus. Per Satellit überwachen sie die Fahrzeuge, die spätestens innerhalb von drei Stunden ihre Ladung löschen müssen, soll sie nicht hart wie Stein werden.

Cemex-Chef Lorenzo Zambrano hat früh begonnen, seine „Old Economy“ mit „High Tech“ zu verbinden. 1987 stellte er einen Direktor für Informatik ein, der die einzelnen Standorte durch ein satellitengesteuertes Kommunikationssystem verband. So umging er die Probleme, die dem Konzern aus Mexikos rückständigem Telekommunikationssystem erwuchsen – das Werk in Huichapan etwa war vorher kaum per Telefon zu erreichen gewesen, weil das Städtchen nahe Mexiko-Stadt nur 20 Telefonverbindungen hatte.

Die moderne Technologie brachte Cemex einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Seit 1991 kommunizieren alle Filialen weltweit per E-Mail mit der Zentrale. Ein Computerprogramm dirigiert die Cemex-LKWs auf die Baustellen; trotz Verkehrschaos und Stornierungen oder Bestellungen in letzter Minute liefert die Flotte den flüssigen Zement im Durchschnitt innerhalb von 20 Minuten – eine Traumzeit.

Der Umsatz der 4 000 Baumaterial-Händler in Mexiko-Stadt wird in der Zentrale lückenlos erfasst, um schnell auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können. Monterrey kann jederzeit Qualität und Stand der Produktion weltweit online kontrollieren, und auch die lokalen Werksleiter können sich über die Kennwerte anderer Standorte informieren. Der gewünschte Nebeneffekt: „Die Mitarbeiter konkurrieren gegenseitig und strengen sich mehr an“, sagt Hector Medina, Finanzchef und die Nummer zwei im Konzern. „Cyber-Cemex“ nennt das Magazin „Forbes“ den mexikanischen Konzern.

Längst ist Cemex nicht mehr nur in Mexiko eine Größe. Der Konzern kommandiert und kontrolliert vom Firmensitz in Monterrey aus rund 50 internationale Standorte. Zwei Drittel des Umsatzes macht Cemex im Ausland: Mehr als 15 regionale Marktführer der Zementbranche weltweit haben die Mexikaner seit Beginn der neunziger Jahre übernommen.

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