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03.08.2007 
Daimler schließt Verkauf an Finanzinvestor ab

Cerberus nun bei Chrysler am Steuer

Das Ende der transatlantischen Allianz von Daimler und Chrysler ist endgültig besiegelt. Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat den Verkauf der Mehrheit an seiner US-Sparte Chrysler an den Finanzinvestor Cerberus abgeschlossen. Wegen der Turbulenzen an den Kreditmärkten mussten die Schwaben aber noch einmal tief in die Tasche greifen.

Daimler hat die Mehrheit am US-Autobauer Chrysler verkauft. Foto: dpaLupe

Daimler hat die Mehrheit am US-Autobauer Chrysler verkauft. Foto: dpa

HB STUTTGART. Die Übernahme von 80,1 Prozent der Anteile für 7,4 Mrd. Dollar sei unter Dach und Fach, teilte der Stuttgarter Konzern am Freitag mit. Einen Anteil von 19,9 Prozent am amerikanischen Autobauer behält Daimler wie geplant. Darüber hinaus hätten Daimler-Chrysler und Cerberus vor dem Hintergrund der sehr volatilen US-Kreditmärkte aber vereinbart, die Finanzierung der mehrheitlichen Übernahme von Chrysler zu unterstützen, teilte Konzern-Chef Dieter Zetsche mit.

Beide Unternehmen werden dem Industriegeschäft der Chrysler Group eine Kreditlinie mit einem Volumen von zwei Mrd. Dollar (rund 1,5 Mrd Euro) zur Verfügung stellen, die innerhalb eines Jahres zu ziehen sei. Auf Daimler-Chrysler entfällt laut Zetsche dabei ein Anteil von 1,5 Mrd. $. Angesichts der Krise am US-Hypothekenmarkt war in den vergangenen Tagen immer wieder über Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Milliardendeals berichtet worden.

„Mit dem heutigen Tag beginnt ein neues Kapitel in unserer Unternehmensgeschichte“, sagte der Daimler-Chrysler-Chef. In einem Brief an die Mitarbeiter sprach der Manager von einem historischen Tag. „Die Ausgangsbasis für diesen neuen Abschnitt ist hervorragend“, betonte der Vorstandsvorsitzende. „Unsere Bilanz ist kerngesund. Als Konzern sind wir insgesamt schneller und effizienter geworden.“

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Oktober sollen die Aktionäre der Daimler-Chrysler AG dann der Umbenennung des Unternehmens in Daimler AG zustimmen. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss für das Jahr 2007 will der Vorstandschef am 29. August näher erklären.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Sehr positiv, dass der Deal endlich durch ist“

Cerberus hatte sich Mitte Mai mit Daimler-Chrysler darauf geeinigt, Chrysler nach Milliardenverlusten und vergeblichen Sanierungsbemühungen zu übernehmen. Dabei hatte sich die amerikanische Investmentfirma auch verpflichtet, milliardenschwere Kredite, die Daimler an Chrysler vergeben hatte, zu tilgen. Auch die Pensions- und Gesundheitskosten von Chrysler verbleiben nach der Trennung bei dem US-Unternehmen.

Der Vorstand der Daimler-Chrysler AG verkleinere sich nach dem endgültigen Aus der Autoehe mit sofortiger Wirkung auf sechs Mitglieder, sagte der Manager. Tom LaSorda, Eric Ridenour und Tom Sidlik verlassen nach seinen Angaben den Konzernvorstand. Finanzchef Bodo Uebber wird im Vorstand zusätzlich die Verantwortung für den Einkauf übernehmen.

„Es ist sehr positiv, dass der Deal endlich durch ist“, sagt ein Händler. Damit könne Daimler endlich den ersehnten Neuanfang als reiner Autokonzern machen. „Allerdings ist die Kreditkonstruktion genauso, wie schon immer gemunkelt“, meint ein anderer Händler. Cerberus habe seinen Kreditbedarf aufgrund der Rahmenbedingungen anscheinend nicht wie gewünscht decken können. Wichtig sei, wie die Ratingagenturen dieses Konstrukt aufnehmen, da die Anleihe nur nachrangig sei, merkt ein weiterer Händler an.

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