CES 2018 Bosch zieht in die Smart City

Die Vision von einer intelligenten vernetzten Stadt beflügelt die Hersteller der diesjährigen Consumer Electronics Show. Im Vorfeld der Messe stellt der deutsche Zulieferer Bosch seine Ideen für den Milliardenmarkt vor.
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Der Autozulieferer engagiert sich verstärkt im Geschäft mit den Smart Cities. Quelle: dpa
Bosch

Der Autozulieferer engagiert sich verstärkt im Geschäft mit den Smart Cities.

(Foto: dpa)

Las VegasJeden Morgen misst das Fenster vor unserem Schlafzimmer die Luftqualität. In der Küche wartet bereits der Kaffee, der Kühlschrank ist frisch gefüllt. Wenn wir die Haustür öffnen, biegt das autonome Fahrzeug um die Ecke und sucht sich in der Nähe unseres Büros den besten Parkplatz. Hafenbecken oder Flussbett melden in Eigenregie, wenn Überflutung droht.

Die Vision von smarten Städten („Smart Cities“) beflügelt in diesem Jahr die Aussteller bei der CES. Auf einem Extra-Areal im Messebereich TechEast präsentieren Firmen wie Bosch, Ford, Nissan oder Qualcomm ab dem offiziellem Messebeginn am Dienstag dem Publikum ihre Lösungen, darunter für intelligente Transportdienste, Wasserstandzähler und Straßenleuchten, Stromnetze (Smart Grid), komplexe Datenanalysen und künstliche Intelligenz.

„Smart Cities sind keine Utopie“, sagt Mike Mansuetti, Chef von Boschs Amerika-Geschäft, am Montagmorgen (Ortszeit), als er auf der Bühne die ersten Ideen seines Unternehmens zeigt. Zu ihnen zählt das Klimaüberwachungssystem Climo, das das Unternehmen gemeinsam mit Chip-Hersteller Intel entwickelt hat und nun auf den Markt bringt. Die Box analysiert fortlaufend zwölf Richtwerte für Luftqualität, unter ihnen Kohlenmonoxid, Stickoxid, überwacht aber auch Temperatur und Feuchtigkeit. Erste Tests fanden bereits in Deutschland, Dänemark und Schweden statt.

In der Strategie des Herstellers spielten Smart Cities eine zentrale Rolle, sagt Stefan Hartung, Mitglied der Geschäftsführung von Bosch. „Wir müssen Städte neu denken“. Ohne intelligente Technologien und vernetzte Geräte drohe den Städten der Kollaps.

Tatsächlich zieht es immer mehr Menschen in die Metropolen. Laut einer Hochrechnung der Vereinten Nationen werden bis 2050 rund zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben, vor noch vier Jahren waren es nur die Hälfte. Große asiatische Metropolen wie Peking zeigen schon heute die Folgen der urbanen Migration, wie Luftverschmutzung oder Verkehrsstaus.

Um das Autoaufkommen zu verringern und Abgase zu reduzieren, entwickelt Bosch gemeinsam mit dem deutschen Autobauer Daimler ein neues Parkleitsystems, in dem sich Fahrzeuge selbst einparken, eine App zeigt dem Besitzer, wo sich sein Fahrzeug gerade befindet. Im ersten Quartal 2018 können Kunden es im Mercedes Benz-Museum Stuttgart testen. Eine größere Markteinführung sei vorerst nicht geplant, heißt es von Bosch.

Für Bosch dürfte sich das Engagement in dem Zukunftsmarkt vernetzte Stadt durchaus lohnen. Die Consumer Technology Association (CTA), die jährlich die CES nach Las Vegas bringt, schätzt, dass die weltweiten Investitionen in Smart Cities bis 2020 auf 34,35 Milliarden Dollar steigen.

Laut einer Gartner-Studie werden zudem bis 2020 rund 15 Prozent aller Haushalte vernetzt sein und zur Heimat vernetzter Geräte wie intelligenter Rauchmelder, Alarmsysteme, oder vernetzter Haushaltsgeräte.

Zu den weiteren Neuigkeiten zählt Boschs neues smartes System zur Flutbeobachtung, das in Echtzeit die Wasserstände von Flüssen, Brücken oder Hafenbecken in der Nähe urbaner Zentren überwacht. Das System könne vor Überflutung warnen, wirbt der Hersteller. Dazu nutzt Bosch Ultraschallsensoren und Kameras, um Wasserpegel und - geschwindigkeit zu analysieren. Alle Informationen werden an Boschs Cloud-Infrastruktur gesendet und dort analysiert. Bei Gefahr soll die Technologie ein Signal an Behörden und betroffene Bewohner senden. Eine baldige Markteinführung sei kurzfristig nicht geplant, erklärt Bosch. Die intelligenten Wassersensoren befinden sich derzeit noch in der Testphase am Neckar bei Ludwigsburg. In den vergangenen zwei Jahren will Bosch mit vernetzten Geräten und Lösungen für Smart Cities eine Milliarde Euro umgesetzt und die Umsätze um 20 Prozent gesteigert haben.

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