Cessna-Mutter kauft Beechcraft
Propeller-Unterstützung für Business-Jets

Textron, die Mutter des US-Flugzeugbauers Cessna, übernimmt den Konkurrenten Beechcraft. Der Propeller-Spezialist war insolvent. Jetzt steigt er zum Hoffnungsträger auf, weil bei Cessna das Jet-Geschäft schwächelt.
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DüsseldorfAusgerechnet in der glitzernden Casino-Stadt Las Vegas hatte der Flugzeughersteller Beechcraft im Oktober 2013 seinen großen Auftritt. Erst ein halbes Jahr zuvor hatte das Unternehmen das Insolvenzverfahren beendet, nun übergab Beechcraft in der Glücksspielmetropole im Rahmen einer Geschäftsluftfahrtmesse die erste King Air 350i an Wheels Up.

Die Flugzeug-Eigentümergemeinschaft hat bis zu 105 der kleinen Propeller-Maschinen bestellt. Mit Wartungs- und anderen Verträgen ist der Auftrag 1,4 Milliarden Dollar schwer. Beechcraft hat damit die nach eigenen Angaben größte Bestellung von Propeller-Flugzeugen der Geschichte an Land gezogen – und sich für potenzielle Käufer interessant gemacht.

Jetzt hat einer angebissen: Der US-Mischkonzern Textron übernimmt Beechcraft und zahlt für den Flugzeugbauer – wie der Zufall es will – ebenfalls 1,4 Milliarden Dollar. Dabei soll sich Textron unter anderem gegen den brasilianischen Flugzeugbauer Embraer und das indische Unternehmen Mahindra & Mahindra durchgesetzt haben. Bekannt ist Textron vor allem als Muttergesellschaft des Flugzeugproduzenten Cessna. Zum Konzern gehören auch der Hubschrauberhersteller Bell und der Motorenbauer Lycoming.

Beechcraft soll der schwächelnden Tochter Cessna jetzt helfen. Diese hat zwar auch eine lange Propeller-Tradition, legt einen Schwerpunkt aber auf umsatzträchtige Business-Jets: Die wichtigste Flugzeug-Familie ist die Citation, die Modelle werden seit Anfang der 1970er-Jahre produziert. Zuletzt wurde der freigelassene Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski in einer Citation nach Berlin ausgeflogen.

Doch Geschäftsreisende zeigen immer weniger Interesse an Cessna-Jets: Dem Flugzeughersteller fehlt ein größeres Modell mit längerer Reichweite. Die kleinen und mittelgroßen Jets laufen immer schlechter: Im dritten Quartal wurden lediglich noch 25 Citations ausgeliefert, ein Jahr zuvor waren es noch 41. Der Umsatz im Zeitraum von Juli bis September ging um fast 200 Millionen Dollar zurück, es fiel ein Verlust von 23 Millionen Dollar an.

Das Geschäft von Cessna schrumpft dabei mit dem Markt. In den ersten neun Monaten 2013 gingen die Auslieferungen von Business-Jets weltweit um gut zwei Prozent zurück, wie Zahlen des Verbands der US-Flugzeughersteller Gama zeigen. Mehrmotorige Turboprop-Maschinen wuchsen dagegen um 42 Prozent.

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  • Ich liebe die Holzklasse. Nirgendwo erlebt man die Flugmeilen intensiver.

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