Cevian
Finanzinvestor stockt Anteil an Thyssen-Krupp auf

Der Finanzinvestor Cevian beteiligt sich an der Kapitalerhöhung von Thyssen-Krupp und stockt seinen Anteil auf fast elf Prozent auf. Damit steigt die Chance für die Schweden, einen Platz im Aufsichtsrat zu erlangen.
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FrankfurtDer schwedische Finanzinvestor Cevian hat bei der Kapitalerhöhung von Thyssen-Krupp seinen Anteil an dem Unternehmen ausgebaut. Die Beteiligung liege seit dem 2. Dezember bei 10,96 Prozent, teilte Cevian am Freitag mit. Zuletzt hatte der Investor 6,1 Prozent gemeldet. Das Aktienpaket hat einen Wert von fast einer Milliarde Euro. Damit steigen die Chancen für die Schweden, einen Vertreter in den Aufsichtsrat senden zu können. „Cevian schließt nicht aus, seinen Anteil weiter zu erhöhen“, sagte eine Sprecherin.

Der Anteil der einflussreichen Krupp-Stiftung am finanziell angeschlagenen Stahlkonzern sank indes auf 23,03 Prozent. Nachdem sich die Stiftung in dieser Woche nicht an einer Kapitalerhöhung beteiligt hatte, war der Anteil des wichtigsten Großaktionärs von Thyssen-Krupp unter die Schwelle von 25 Prozent gerutscht. Damit hätte sie nur noch Anrecht auf zwei statt auf drei Aufsichtsratsposten.

Thyssen-Krupp hatte bei der Kapitalerhöhung um zehn Prozent 882 Millionen Euro eingenommen. Wenn Cevian nicht schon vorher heimlich am Markt zugekauft hatte, hätte der Investor rechnerisch fast die Hälfte der neuen Aktien gezeichnet. Ein Banker hatte Cevian als „Ankerinvestor“ der Kapitalerhöhung bezeichnet.

Die Stiftung galt bislang als Bollwerk gegen feindliche Übernahmen bei Thyssen-Krupp, hat nun aber an Einfluss verloren. Denn durch den unter 25 Prozent gesunkenen Anteil an Thyssen-Krupp hat sie ihre Sperrminorität eingebüßt und kann dem Grunde nach wichtige Beschlüsse der Hauptversammlung, die eine 75-prozentige Mehrheit erfordern, nun nicht mehr blockieren. Dazu gehören etwa Fusionen, Abberufungen von Aufsichtsratsmitgliedern, Satzungsänderungen oder auch die Auflösung der Gesellschaft.

Die Stiftung hatte 2006 ihre Beteiligung am größten deutschen Stahlkonzern auf mehr als 25 Prozent ausgebaut. Doch im Juli war Stiftungschef Berthold Beitz gestorben, der jahrzehntelang die Geschicke des Unternehmens überwacht hat. Die gemeinnützige Stiftung sieht sich dem Erhalt des Konzerns verpflichtet. Sie nahm 1968 nach dem Tod des Firmenpatriarchen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach ihre Arbeit auf, nachdem dessen gesamtes Vermögen auf sie übergegangen war.

Thyssen-Krupp steckt seit geraumer Zeit in der Krise. Etwas Abhilfe schaffte die Kapitalerhöhung, die knapp 900 Millionen Euro brutto in die Kassen spülte. Das Geld will der Konzern unter anderem zum Abbau der Schulden nutzen und das dünne Eigenkapital stärken. Im vergangenen Geschäftsjahr (Ende September) stand unter dem Strich ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote war auf nur noch 7,1 Prozent gesunken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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