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30.05.2008 
Norilsk und Rusal

Chance auf Megafusion im Metallsektor steigt

von Thomas Wiede

Das Ringen um die Zukunft des größten russischen Bergbaukonzerns Norilsk Nickel geht in eine neue Runde: Hauptaktionär Wladimir Potanin will nun gemeinsam mit dem Metall-Oligarchen Alischer Usmanow einen Konzern schmieden, der auch den Aluminiumhersteller Rusal einschließt und auf einen Marktwert von über 100 Mrd. Dollar käme.

Nickelfabrik von Norilsk Nickel in Russland: Um die Zukunft des Bergbaukonzerns wird gerungen. Foto: APLupe

Nickelfabrik von Norilsk Nickel in Russland: Um die Zukunft des Bergbaukonzerns wird gerungen. Foto: AP

MOSKAU. Rusal - kontrolliert vom Milliardär Oleg Deripaska - ist derzeit mit 25 Prozent an Norilsk beteiligt. Deripaska hatte das Aktienpaket erworben, um die Grundlage für eine Fusion von Norilsk und Rusal zu schaffen und so in die Liga von Weltkonzernen wie BHP Billiton oder Rio Tinto aufzusteigen.

Nachdem Usmanow nun angekündigt hat, mit zehn Prozent bei Norilsk einzusteigen, und Potanin sich mit einem Viertel an Usmanows Unternehmung Metalloinvest beteiligen will, haben beide Deripaska zu einer Fusion ihrer Konzerne aufgefordert. Die drei Oligarchen sind die weltweit größten Investoren in Aluminium, Palladium und Nickel.

In den seit Monaten andauernden Ringen um Norilsk hatte sich Potanin zunächst mit Usmanow zusammen getan und eine Fusion von Norilsk und Metalloinvest ausgelotet, Rusal wäre dann mit seinen Plänen außen vor geblieben. Jetzt haben die beiden Oligarchen ihr Vorhaben erst einmal für beerdigt erklärt und wollen Deripaska offenbar für eine große Konsolidierung des Sektors ins Boot holen. Dessen Reaktion stand am Donnerstag noch aus, ein Sprecher lehnte auf Anfrage einen Kommentar ab. Auch Norilsk wollte nicht Stellung nehmen.

Das Ringen um den hochprofitablen und börsennotierten Nickel-Produzenten verfolgen Investoren wie Analysten in Moskau aufmerksam. Obwohl der russische Staat - wie auch in anderen Sektoren - offenbar ein Interesse daran hat, einen schlagkräftigen Metall- und Bergbaukonzern zu formen, der an der Weltspitze mitmischen kann, beteuern alle Seiten, dass sich Kreml und Regierung aus dem Kampf herausgehalten haben und die Übernahmeschlacht offen und fair verlaufen sei.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Rusal-Management übt öffentliche Kritik an den Kollegen bei Norilsk

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