Changan
Die chinesische Offensive

Bisher sind alle chinesischen Automarken in Europa gescheitert. In Frankfurt kündigt nun mit Changan der nächste Hersteller den Sprung auf den europäischen Markt an. Doch können die Chinesen wirklich mithalten?
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FrankfurtStatt Autos exportiert die chinesische Autoindustrie seit Jahren vor allem eins nach Europa: große Ankündigungen. In Amerika und Europa konnten Chinas Autobauer bisher keine einzige eigene Marken etablieren. Jiangling versuchte es 2005 mit dem SUV „Landwind“ – ohne nennenswerten Erfolg. Drei Jahre später scheiterten die Mittelklassewagen „BS4“ und „BS6“ von BMW-Partner Brilliance im Crashtest. Auch der „MG6“, das Gemeinschaftsmodell von MG und der Saic-Tochter Roewe, läuft in der Zulassungsstatistik unter ferner liefen. Und auch von Qoros hat man seit dem großen Auftritt beim Autosalon in Genf nichts mehr gehört.

Auf der IAA in Frankfurt kündigt nun der nächste chinesische Hersteller an, den Sprung nach Europa zu wagen: Changan. In China ist Konzern der viertgrößte Hersteller. Beheimatet ist das Unternehmen in Chongqing, einer Stadt im Südwesten Chinas mit der Fläche von Österreich und 28,8 Millionen Einwohnern. Seit Beginn des Jahres hat der Konzern in seinen 15 chinesischen Werken 1,34 Millionen Autos produziert, davon 317.000 Autos unter eigenem Logo. Innerhalb eines Jahres hat die Produktion um satte 83,6 Prozent zugelegt. Doch bisher gehen nur 20.000 Fahrzeuge in den Export. Fragt man nach den bisherigen Auslandsmärkten, klingt die Antwort wie das Who-is-Who der Krisengebiete: Ägypten, Irak, Kolumbien.

Dabei soll es nach Angaben der Verantwortlichen aber nicht bleiben. Jahrelang war die Firma nur Auftragsproduzent für Firmen wie Suzuki und Mazda. Für den französischen PSA-Konzern hat man die Produktion von Peugeot- und Citroën-Modellen übernommen. Nun fühlt man sich stark genug, um mit eigenen Modellen auf den Markt zu gehen. „Wir können hier viele interessante Kontakte knüpfen“, sagt Marketingchefin Leith Zeng. Man habe schon mit einigen Händlern Gespräche geführt.

Sechs Modelle haben die Chinesen mit zur IAA gebracht. Vom SUV CS75, der in Frankfurt seine Weltpremiere feiert, über den Hatchback Eado XT bis zur oberen Mittelklasselimousine Raeton. Auf den ersten Blick sind die chinesischen Konkurrenten den Europäern ebenbürtig. Doch wer genauer hinsieht, erkennt die Unterschiede in der Materialwahl und Verarbeitung. Auch die Teile stammen größtenteils von chinesischen Zulieferern. Qualitativ haben die Chinesen Nachholbedarf.

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Motor jenseits der Abgasnorm

Kommentare zu " Changan: Die chinesische Offensive"

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  • O-Ton Oliver Stock
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    Ich möchte es Ihnen möglichst leicht machen, Ihre Meinung hier niederzuschreiben, denn wir bei Handelsblatt Online sehen uns als Plattform für Diskussionen.
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    Selten so gelacht.

    Das Handelsblatt IST ein Systemblättchen wie andere auch, in dem zu vielen wichtigen Themen überhaupt keine Kommentarfunktion existiert, oder diese abgeschaltet wird.

    ...

    Auch zu dem Artikel

    "Frankreich will feiern – Deutschland guckt zu"

    sind nun die Kommentare verschwunden.

    Ein peinliches Schauspiel.

    ...

    Ob es der Redaktion peinlich war, von einem Kommentator der Fehlübersetzung (Commemoration - Feier) bezichtigt worden zu sein?

    Ob andere Kommentatoren sich zu kritisch gegenüber Frankreich geäußert haben?

    Wir werden es wohl nie erfahren.

    ...

    +++ Kommentar von der Redaktion editiert. Bitte halten Sie sich an unsere Netiquette und machen Sie keine Werbung: http://www.handelsblatt.com/netiquette/ +++

  • Warum fehlt BYD in der Liste der Chinesischen Autokonzerne?
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autokonzern-daimler-plant-e-auto-fuer-chinesischen-markt/6368922.html

  • @brasil:ist ne reine definitionsfrage ob die brigs entwicklungsländer sind.
    Natürlich entwickeln die sich. Aber im ggs zu deutsch eben nach vorn und nicht "weg".

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