Chaos in Hongkong
Luxusgüter-Aktie bricht ein

Die Lage beim Luxusgüterkonzern Egana Goldpfeil spitzt sich dramatisch zu. Zum zweiten Mal innerhalb von fünf Wochen wurde die Aktie des Unternehmens ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme des Handels fiel die Aktie deutlich. Liquiditätsschwierigkeiten der Muttergesellschaft bringen auch die deutschen Töchter Salamander, Joop, Junghans und Sioux in Bedrängnis.

DÜSSELDORF. Eine Wirtschaftsprüfung beim Luxusgüterkonzern Egana Goldpfeil hat die schlimmsten Befürchtungen von Aktionären und Analysten bestätigt. Die Untersuchungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KMPG hätten ergeben, dass wesentliche Teile der ausgewiesenen Kundenforderungen unsicher seien, heißt es in einer Mitteilung von Egana Goldpfeil an die Börse Hongkong, wo der Konzern notiert ist. gehe es um 215 Mill. Euro. Die Aktie sei deshalb auf Wunsch des Unternehmens vom Handel ausgesetzt worden. Nach der Wiederaufnahme des Handels fiel die Aktie um mehr als 40 Prozent.

Egana Goldpfeil und seine deutschen Tochtergesellschaften, zu denen unter anderen Salamander, Junghans, Joop, und Sioux gehören, würden derzeit „mit Banken um eine Verlängerung der Kreditlinien verhandeln, die für die Aufrechterhaltung des Betriebs nötig seien“, heißt es in der Mitteilung. „Der Ausgang dieser Verhandlungen ist unklar.“

Die Bekanntmachung aus Hongkong ist der vorläufige Tiefpunkt eines dramatischen Sommers für Egana Goldpfeil. Für das Geschäftsjahr 2005/06 hatte das Unternehmen des deutschen Gründers und Großaktionärs Hans-Jörg Seeberger 560 Mill. Euro Umsatz und 29. Mill. Euro Jahresüberschuss ausgewiesen. Der Kurs der Egana-Goldpfeil-Aktie stieg nach diversen Erfolgsmeldungen seit 2006 um das Dreifache - von 0,20 Euro auf 0,70 Euro. Am 26. Juli veröffentlichte aber der Aktionärsschützer David Webb einen Artikel, in dem er auf große Unklarheiten in den Bilanzen von Egana Goldpfeil und offensichtliche Luftbuchungen hinwies. Der Kurs brach daraufhin schwer ein.

Am 30. Juli wurden die Egana-Goldpfeil-Aktien vom Handel ausgesetzt – mitten während einer Telefonkonferenz des Vorstandes mit Analysten und institutionellen Anlegern. Als der Handel einige Tage später wieder aufgenommen wurde, fiel die Aktie bis auf 0,15 Euro.

Das Management blieb bislang jede Erklärung für die außerordentlichen Kursausschläge schuldig. Ein Mitschnitt der Telefonkonferenz vom 30. Juli offenbart, wie die völlig überraschte Vorstandsriege das Gespräch mit ihren Anlegern Hals über Kopf abbrach, als sie von dem Handelsstopp an der Börse erfuhr. Wenig später verschickte das Unternehmen aber eine Meldung, in der es hieß, Egana Goldpfeil habe selbst um die Aussetzung des Handels gebeten, weil „eine Ankündigung bevorstehe, die den Kurs beeinflussen könnte.“

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