Chef der spanischen Börsenaufsicht tritt zurück
Eon verliert Unterstützer in Spanien

Kein Beteiligter bleibt unberührt vom Durcheinander um die Übernahmeversuche des spanischen Versorgers Endesa. Nun wurde auch der Chef der spanischen Börsenaufsicht CNMV in den Strudel gezogen. Für Eon dürfte diese Nachricht kein Grund zur Freude sein.

HB MADRID/DÜSSELDORF. Der wegen seines Vorgehens im Übernahmekampf Eon/Endesa in die Kritik geratene Chef der spanischen Börsenaufsicht CNMV hat seinen Rücktritt angekündigt. Zu seinen Gründen werde er sich erst nach Ostern äußern, teilte Manuel Conthe am Montag mit. Die CNMV spielt eine Schlüsselrolle in dem Milliardenpoker um den auch von den Eon-Konkurrenten Enel und Acciona umworbenen größten spanischen Versorger.

Conthe war zuletzt unter Beschuss von allen Seiten geraten. Enel und Acciona kritisierten seine Entscheidung, wonach sie erst in einem halben Jahr für Endesa bieten dürfen. Eon fordert hingegen, dass den Rivalen auf unbefristete Zeit ein Angebot für Endesa untersagt wird. Einen entsprechenden Eilantrag lehnte der Oberste Gerichtshof aber am Freitag ab.

Am Dienstag endet in Spanien die Frist, innerhalb der sich Endesa-Aktionäre für die rund 41 Mrd. Euro schwere Offerte des Düsseldorfer Konzerns entscheiden können, spätestens am Freitag müssen Endesa-Anleger in den USA Farbe bekennen. Enel und Acciona haben angekündigt, das Angebot von Eon zu überbieten, sollte der Konzern eine Mehrheit an Endesa verfehlen. Dies gilt als wahrscheinlich, da die Kontrahenten bereits 46 Prozent halten. Die CNMV will am Dienstag kommender Woche mitteilen, wie viele Aktien Eon angedient wurden. Spätestens einen Tag später muss der deutsche Branchenprimus erklären, ob er die Papiere übernimmt.

Der an überraschenden Wendungen reiche Übernahmekampf war von Beginn an zu einem Politikum geworden. Die Regierung in Madrid hatte keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen den Vorstoß der Deutschen gemacht. Spanien muss sich inzwischen vor dem Europäischen Gerichtshof verantworten. Die EU-Kommission wirft dem Land vor, mit den Eon gestellten Auflagen zur Übernahme von Endesa gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben. Zuletzt hatte sich auch die Bundesregierung kritisch zu dem Fall geäußert. Sie schloss ein Eingreifen nicht aus, falls Spanien den Wettbewerb verhindert.

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