Chef überrascht Mitarbeiter
Über Nacht die Firma von Italien nach Polen verlagert

Ein italienischer Hersteller für Heizkörper verlagert das Werk fast unbemerkt nach Polen und erzürnt die Bevölkerung. Damit ist er nicht der Einzige: Immer mehr italienische Firmen wollen Stellen ins Ausland verlagern.
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FormigineFabrizio Pedroni wünschte seinen Mitarbeitern schöne Ferien. Frühestens in drei Wochen sollten sie wiederkommen, sagte er zu ihnen. In derselben Nacht beginnt er mit der Verschiffung seiner Anlagen nach Polen. „Hätte ich sie eher in die Pläne eingeweiht, die Produktion ins Ausland zu verlagern, hätten sie meine Fabrik besetzt“, sagt Pedroni. „Ich will, dass mein Unternehmen überlebt. Italien ist nicht mehr die richtige Umgebung für einen Betrieb.“

Das Familienunternehmen Firem produziert Heizkörper und Heizsysteme für Gastronomie, Automobilindustrie und Haushaltsgeräte. Die Nachricht über die Produktionsverlagerung nach Ost-Europa erreichte die 40 Mitarbeiter zu spät. Am 13. August, elf Tage nach dem Start der Aktion, wunderten sich einige Mitarbeiter über die Geschäftigkeit auf dem Betriebsgelände. Sie machten sich auf dem Weg zum Tor, konnten aber nur noch die letzte von 20 Verladungen stoppen.

Während die Euro-Zone mittlerweile wieder positiven Wachstum aufweisen kann, steckt Italien weiter in der Rezession. Der Verlust der Fabrik unterstreicht die Schwierigkeiten, die Italien bei der Wiederbelebung des verarbeitenden Gewerbes und der Wirtschaft hat.

In der weltweiten Gehalts- und Produktivitätstabelle des Weltwirtschaftsforums befindet sich Italien lediglich auf dem 128. Platz und liegt damit einen Rang hinter Burkina Faso. Polen ist auf Platz 39. Der 49-jährige Firmenchef Pedroni lebt jetzt in Angst, nachdem er mehrere Morddrohungen erhalten hat. Dennoch halte er an seiner Entscheidung fest, wie er sagt. Und damit ist er nicht allein. Unternehmen wie Fiat oder Indesit, ein Hersteller von Öfen und Kühlschränken, verlagern Produktionskapazitäten ins Ausland um Kosten zu sparen.

Indesit hatte schon im Juni angekündigt, 1400 Stellen zu streichen. Der Schritt steht im Zusammenhang mit einem Teil-Umzug in die Türkei und nach Polen. Fiat beschäftigt bereits über 4000 Mitarbeiter in Polen.

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Italiens Wirtschaft soll weiter schrumpfen

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  • Völlig richtig. Die italienischen Unternehmen handeln so aus Verzweiflung über die katastrophalen Rahmenbedingungen (z.B. die Rechtsunsicherheit). Deutsche Unternehmen dagegen, die auch Fabriken im Ausland betreiben, müssen zumindest einen Teil in den Ländern produzieren, in denen ihre Kunden sitzen. Die Marktnähe ist das viel bedeutendere Argument als das Thema Kosten!

  • @ absolvierer
    warum ist es dort so billig wo die hinwollen?
    weil dort alles anders ist als zu haus!
    dort ist
    jeder dorf bullizist ein kleiner könig
    jeder inspektör ein potenzieller verhinderer
    ein minister unüberwindbar
    also die jugend muss ihre eigenen erfahrungen machen
    und hat die möglichkeit in den schoß von mutterheimat o. vaterland zurückzukehren
    ein alternder dändi wird es nicht mehr schaffen.

    die gesamtkosten bleiben gleich hoch
    nur die teilbeträge verteilen sich anders
    die gruppierungen sind etwas aggressiver

    viel spaß

  • Man geht dort hin ... wo die Lohn-/Stückkosten niedrig sind u. dazu noch die Menschen fleissig.
    Also nicht nach Südeuropa. Club Med wäre ohne D schon lange pleite!

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