Chemchina-Deal: Eleganter Ausweg für Syngenta

Chemchina-Deal
Eleganter Ausweg für Syngenta

Der Agrochemie-Riese Syngenta steckte nach der Offerte von Monsanto in einem Dilemma. Mit der Übernahme durch Chemchina hat das Management einen Weg gefunden, sich mit den Aktionären zu versöhnen. Ein Kommentar.

Es ist die größte Übernahme, die jemals ein chinesischer Konzern im Ausland getätigt hat und die zweitgrößte Transaktion in der Chemiebranche. Trotzdem wird die Übernahme von Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern Chemchina in der Chemielandschaft – zumindest vorerst – einmal wenig verändern.

Denn Chemchina ist im Agrogeschäft bisher nur schwach vertreten und kann insofern keine Größenvorteile generieren, die den Wettbewerb im Pflanzenschutz und Saatgut-Bereich nennenswert verschieben könnten. Die bisherige Anbieter-Struktur, die momentan noch von sechs großen Hersteller dominiert wird, bleibt im Prinzip erhalten. Die Zahl der Akteure wird zwar durch den geplanten Zusammenschluss von Dow und Dupont in absehbarer Zeit von sechs auf fünf sinken – aber nicht auf vier, wie von vielen in der Branche erwartet.

Für den Schweizer Agrochemie-Riesen ist der Deal letztlich der eleganteste Ausweg aus dem Dilemma, in das sich der Konzern nach der, erfolgreich abgewehrten Offerte von Monsanto manövriert hatte. Den von Monsanto angebotenen Preis von knapp 450 Franken je Aktie hätte man aus eigener Kraft wohl kaum wieder erzielen können. Dazu ist die konjunkturelle Lage im Agrogeschäft derzeit zu schwach und Syngenta operativ nicht stark genug aufgestellt.
Mit dem Chemchina-Deal gelingt es dem Syngenta-Management, einen Wert zu generieren, der noch leicht über der Monsanto-Offerte liegt, und gleichzeitig den Konzern in seiner bisherigen Form zu erhalten. Kartellrechtliche Probleme dürften in diesem Fall praktisch keinerlei Rolle spielen. Und anders als im Falle einer Monsanto-Übernahme haben die Schweizer auch weder einen Kahlschlag im Management noch einen größeren Arbeitsplatzabbau zu befürchten. Der Deal dürfte insofern weder in Basel noch in Zürich auf größere Widerstände treffen.

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