Chemie
Altana schüttet sein Füllhorn aus

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana beschert seine Aktionäre mit einer hohen Sonderdividende für den Verkauf der Arzneimittelsparte. Auch aus dem laufenden Geschäft will der Vorstand die Ausschüttung kräftig anheben, da sich nach den ersten neun Monaten für 2006 wieder ein Gewinnsprung abzeichnet.

HB BAD HOMBURG. „Mit einem erneuten Rekordjahr, dem elften in Folge, verabschiedet sich das Unternehmen aus seiner bisherigen Konzernstruktur“, erklärte Konzernchef Nikolaus Schweickart am Donnerstag. Der Gewinn aus dem eingeleiteten Verkauf der Pharmasparte soll den Aktionären 2007 zu Gute kommen. Die Altana AG will etwa 31 Euro je Aktie auszahlen. Den Löwenanteil streicht Großaktionärin Susanne Klatten ein. Die Erbin der Quandt-Unternehmerdynastie hält knapp mehr als die Hälfte aller Altana-Aktien. Angesichts der düsteren Zukunftsaussichten für das Pharma-Geschäft hatte der Konzern im September den Verkauf des Bereichs für 4,5 Milliarden Euro an die dänische Nycomed angekündigt. Altana will sich auf Spezialchemie konzentrieren.

Die Altana-Aktie gewann am Morgen mehr als drei Prozent auf gut 45 Euro und war klar stärkster Wert im Deutschen Aktienindex. „Die Zahlen von Altana waren sensationell", kommentierte ein Händler die vorgelegten Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal. „Nach diesen starken Zahlen wird man wahrscheinlich noch einmal genau gucken müssen, was die Chemiesparte wirklich wert ist“, sagte ein anderer Börsianer.

Analysten-Schätzung deutlich darunter

Der Konzern wies für den Zeitraum Juli bis September einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 240 Millionen Euro aus - 37 Prozent mehr als vor einem Jahr. Analysten hatten im Schnitt nur mit 188 Millionen Euro gerechnet. Vor Steuern verdiente Altana 266 Millionen Euro, ein Plus von 47 Prozent. Nach neun Monaten stehen damit bereits 648 Millionen Euro in den Büchern. Der Umsatz legte im Quartal um gut ein Fünftel auf 978 Millionen Euro zu. Altana profitierte vor allem von einem starken Auslandsgeschäft. Zudem trug der Verkauf des Anteils an dem Biotechunternehmen GPC Biotech im September 23 Millionen Euro bei.

„Mit diesem überzeugenden Ergebnis schreiben wir die Erfolgsgeschichte vor der Neuausrichtung des Altana-Konzerns konsequent fort“, sagte Altana-Chef Schweickart. „Wir haben in allen Bereichen ein Ergebnisniveau erreicht, von dem aus sich die Zukunft erfolgreich gestalten lässt.“ Für 2006 erwartet Altana unverändert ein Umsatzwachstum von 20 Prozent auf knapp vier Milliarden Euro und einen um acht bis zehn Prozent höheren Vorsteuergewinn. Die Aktionäre, die für das vorige Geschäftsjahr eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie erhielten, können sich auf eine erneute Anhebung freuen.

Umsatzsprung im Chemiegeschäft

Im Chemiegeschäft profitierte Altana im dritten Quartal weiter stark von der Übernahme der Spezialchemiefirma Eckart. Der Umsatz stieg um gut 60 Prozent auf 326 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn legte um 65 Prozent auf 43 Millionen Euro zu. 2006 erwartet Altana für die Sparte unverändert ein Umsatzplus von 40 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll in der gleichen Größenordnung zulegen.

In der deutlich größeren Pharmasparte setzte Altana mit 652 Millionen Euro knapp acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum um. Der Vorsteuergewinn kletterte um fast 44 Prozent auf 226 Millionen Euro. Auch für das Pharmageschäft bekräftigte Altana seine Jahresprognose, die ein Umsatzplus von etwa zehn Prozent und einen Zuwachs beim Vorsteuergewinn von fünf bis acht Prozent vorsieht.

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