Chemie
BASF tritt auf die Kostenbremse

BASF hat im dritten Quartal dank starker Chemiegeschäfte und der jüngsten Milliardenzukäufe seinen operativen Gewinn kräftig gesteigert. Die Erwartungen lagen jedoch leicht darüber. Der Konzern kündigte zugleich ein umfassendes Restrukturierungsprogramm an, das vor allem im Ausland den Wegfall von Stellen bedeuten wird.

HB LUDWIGSHAFEN. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sondereinflüssen habe um mehr als ein Fünftel auf 1,615 Milliarden Euro zugenommen, teilte der weltgrößte Chemiekonzern am Donnerstag mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit 1,624 Milliarden Euro gerechnet. „Zum einen war unser Chemiegeschäft auch im dritten Quartal sehr erfolgreich. Zum anderen erfüllen die neu akquirierten Geschäfte unsere Erwartungen“, erläuterte Konzernchef Jürgen Hambrecht.

Trotz hoher Rohstoffpreise habe BASF am Markt die Preise anheben können. Der Konzernumsatz legte um 28,4 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich sank allerdings der Gewinn um 24,1 Prozent auf 613 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen hohen Sonderertrag aus dem Verkauf einer Beteiligung verbucht.

BASF kündigte ein weltweites Restrukturierungsprogramm an, das bis 2008 jährliche Einsparungen von 300 Millionen Euro bringen soll. Kosten werde das Maßnahmenbündel, das Standort- und Anlagenrestrukturierungen beinhalte, 160 Millionen Euro. Zudem würden Abschreibungen von 270 Millionen Euro anfallen. 1 000 Arbeitsplätze sollen wegfallen, vor allem in Asien und Nordamerika.

Für das Gesamtjahr 2006 gab sich die BASF-Führung optimistisch. Weiterhin erwartet der Konzern einen Umsatzanstieg auf mehr als 50 Milliarden Euro, das Ebit vor Sondereinflüssen soll über Vorjahr liegen. BASF geht für das vierte Quartal von einer unverändert starken Nachfrage aus. Allerdings seien die Rohstoffkosten trotz des zuletzt gesunkenen Ölpreises weiter hoch. Der Druck auf die Gewinnmargen werde deshalb anhalten, schränkte der Konzern ein.

Der Chemieriese war zuletzt verstärkt auf Einkaufstour. So hatte BASF nach monatelangem Tauziehen für rund 3,8 Milliarden Euro den US-Spezialchemiekonzern Engelhard übernommen. Zudem erwarb BASF für 2,7 Milliarden Euro die Bauchemie-Sparte von Degussa und den US-Harzspezialisten Johnson Polymer für 470 Millionen Dollar. Die Eingliederung der neuen Geschäfte soll BASF jährliche Synergien von 290 Millionen Euro bringen, die bis 2010 erzielt würden. Durch den Abbau überlappender Funktionen etwa in der Verwaltung sollen weltweit 1000 Stellen wegfallen. Die einmaligen Kosten der Integration bezifferte BASF mit 200 Millionen Euro.

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