Chemie
Cognis kämpft mit den Rohstoffpreisen

Die Lagerhaltung der Kunden bleibt für die Chemieindustrie weiterhin kaum berechenbar - und macht das Geschäft der Branche zunehmend schwieriger.

MONHEIM. Dies unterstrich gestern Antonio Trius, Chef des Monheimer Spezialchemieunternehmen Cognis, bei der Bilanzvorlage. "Der deutliche Einbruch der Nachfrage ist nicht zuletzt auf den starken Abbau der Bestände durch unsere Kunden zurück zu führen." Im Laufe der ersten drei Quartale 2008 hätten die Kunden wegen steigender Rohstoff-, Energie- und Transportkosten die Läger stark aufgefüllt - jetzt würden diese massiv geleert. "Da fällt dann schon mal schnell der komplette Absatz für ein ganzes Quartal aus", sagte Trius.

Cognis gehört seit der Trennung vom Henkel-Konzern Ende 2001 einer Gruppe von Private Equity-Firmen. Der Konzern produziert Grundstoffe für die Ernährungsbranche, den Gesundheitsmarkt sowie für die Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsmittelindustrie. Neben der Nachfrageschwäche belasten Cognis vor allem die stark schwankenden Preise für die benötigten Rohstoffe. Für das wichtige Ausgangsprodukt Laurinöl bezahlte Cognis im vergangenen Jahr zwischen 484 und 949 Euro je Tonne. Da konnten nicht alle Preissteigerungen weitergegeben werden.

Praktisch alle Unternehmen, ebenso auch Cognis, setzten derzeit auf ein stringentes Kostenmanagement und bauten möglichst hohe Liquiditätsreversen auf, erklärte Trius. Das sorge neben dem Nachfragerückgang für weiter sinkende Nachfrage.

Cognis ist mit über zwei Mrd. Euro verschuldet, daher wird die Cash-Position in der gegenwärtigen Branchenkrise zu einer zentralen Frage. Wie Finanzvorstand Klaus Edelmann unterstrich, sei die Position um 226 Mio. Euro verbessert worden. Die Erträge aus den Verkäufen der Anteile am Joint Venture Oleochemicals und des Tochterunternehmens Pulcra trugen dazu ebenso bei wie ein revolvierender Kreditrahmen, von dem 221 Mio. Euro nicht genutzt wurden. Zum Bilanzstichtag wies Cognis 2,26 Mrd. Euro Schulden aus, 44 Mio. Euro weniger als Ende 2007. Die nächste große Refinanzierungsrunde steht allerdings erst im September 2013 an.

Den Nettoumsatz hat Cognis 2008 um 5,5 Prozent auf drei Mrd. Euro erhöht, bereinigt um Wechselkurseinflüsse und Akquisitionen betrug das organische Wachstum 9,2 Prozent. Das operative Ergebnis sank um 2,6 Prozent auf 351 Mio. Euro.

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