Chemie- und Energiekonzern
Evonik „auf historischem Rekordkurs“

Der Essener Chemie- und Energiekonzern Evonik profitiert von seinem Sparprogramm und dem weltweiten Konjunkturaufschwung. Das schlug sich vor allem beim Gewinn nieder.
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HB DÜSSELDORF. Der Aufschwung lässt den Essener Mischkonzern Evonik auf Rekordkurs steuern. Im dritten Quartal 2010 konnte die Chemiesparte erneut stark wachsen, aber auch das zum Verkauf gestellte Energiegeschäft um die ehemalige Steag legte deutlich zu. „Wir haben an unserem Geschäft viel Freude“, bilanzierte Konzerchef Klaus Engel am Montag. Im Gesamtjahr soll der Umsatz im Konzern nun um über 20 Prozent steigen, der operative Gewinn soll „erheblich“ über dem Vorjahr liegen. Das mit Abstand größte Geschäftsfeld, die Chemie um die ehemalige Degussa, soll beim operativen Gewinn (Ebit) ein „historisches Rekordniveau“ erreichen.

Evonik geht nun mit einem deutlichen Gewinnplus im Rücken die entscheidende Phase des Konzernumbaus an. Der Umsatz schnellte im dritten Quartal um 24 Prozent auf 4,088 Mrd. Euro in die Höhe, das Ebit legte auf 541 (Vorjahr: 430) Mio. Euro zu, wie der Essener Konzern weiter mitteilte.

Evonik arbeitete zudem deutlich profitabler: Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter stieg auf 260 (168) Mio. Euro. Die Chemie-Sparte steigerte die Erlöse um 26 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro - rund zwei Drittel des Konzernumsatzes. In der Energie-Sparte legten die Erlöse um 28 Prozent zu. Bis zum Jahresende will Engel entscheiden, wer den Zuschlag für den fünftgrößten Versorger in Deutschland bekommt. In der entscheidenden Runde sind noch zwei Bieter. Favorit auf eine Übernahme der Ex-Steag ist dabei ein Konsortium um Stadtwerke aus dem Ruhrgebiet. Aber auch die tschechische EPH-Holding hat Chancen.

Engel hat die Kosten in den vergangenen Quartalen gedrückt und Evonik einen Umbau verordnet. Die Immobiliensparte soll mittelfristig an den Kapitalmarkt geführt werden, aus dem Energiegeschäft will sich Evonik nach dem Verkauf eines Mehrheitsanteils binnen fünf Jahren Finanzkreisen zufolge gänzlich zurückziehen. Engel will den Konzern so auf das Chemie-Geschäft ausrichten und ihn zu einem „führenden Spezialchemieunternehmen“ entwickeln. Von Randbereichen der Sparte mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro will er sich dabei trennen. Weichenstellungen dürfte Evonik dabei nach dem Verkauf des Mehrheitsanteils an der Ex-Steag vornehmen.

Die Zahlen der Evonik-Chemiesparte sind ein weiterer Beleg, dass sich das Wachstum der Chemiebranche nach dem Krisenjahr 2009 verfestigt. Dank der anziehenden Weltkonjunktur und starker Nachfrage aus Fernost laufen derzeit auch die Geschäfte von Branchengrößen wie BASF oder Dow Chemical blendend.

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