Chemiebranche
Almatis: Eigner streben nach Schuldenerlass

Hoffnung für den angeschlagenen Chemiekonzern Almatis: Der arabische Eigentümer will Geld nachschießen, wenn die Gläubigerbanken einen Teil der Schulden abschreiben. Auch andere Unternehmen der Branche arbeiten an einer finanziellen Neuordnung. Ein Überblick.

DUBAI/FRANKFURT. Für das hochverschuldete Frankfurter Chemieunternehmen Almatis zeichnet sich eine Lösung ab: Der arabische Eigentümer des Alu-Spezialisten will frisches Kapital lockermachen, wenn die Gläubigerbanken einen Teil der Gesamtschulden in Höhe von einer Milliarde Dollar abschreiben.

Einen entsprechenden Restrukturierungsvorschlag werde die staatliche Investment-Gesellschaft Dubai International Capital (DIC) zusammen mit ihrem Partner, dem amerikanischen Finanzinvestor Oaktree Capital Management, innerhalb der nächsten zwei Wochen unterbreiten. Oaktree, selbst einer der größten Kreditgeber von Almatis, würde ebenfalls neues Geld zuschießen, heißt es im Umfeld der Investoren. Sollten die Banken auf den Deal eingehen, würde Oaktree Anteile an dem Chemie-Unternehmen erwerben.

Der Fall Almatis ist damit ein weiteres Beispiel für den wachsenden Druck auf einige hochverschuldete Chemiekonzerne. An einer finanziellen Neuordnung arbeiten derzeit zum Beispiel auch die britische Ineos-Gruppe sowie der Kunststoffhersteller Lyondell-Basell, der Anfang des Jahres teilweise unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 der US-Insolvenzordnung flüchtete.

DIC hatte Almatis im November 2007 für 1,2 Milliarden Dollar gekauft, wobei eine Milliarde Dollar auf Pump finanziert wurden. Die finanzielle Lage von Almatis wird in Dubai als prekär beschrieben. "Almatis wurde durch den Nachfrage-Einbruch im Zuge der Wirtschaftskrise voll getroffen, der Schuldendienst hat sich deutlich verschlechtert", sagte ein Informant, der DIC nahe steht.

Almatis war vor fünf Jahren durch Ausgliederung aus dem amerikanischen Alcoa-Konzern entstanden und ist auf die Herstellung von Alumium-Oxid (Tonerde) und verwandte Produkte spezialisiert. Das Material wird unter anderem zur Herstellung von feuerfesten Produkten für die Stahl-, Zement- und Glasindustrie sowie für bestimmte Keramikprodukte genutzt.

Nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens erzielte Almatis 2008 mit rund 840 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 500 Mio. Dollar und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 100 Mio. Euro. Aufgrund des Einbruchs in wichtigen Abnehmerbranchen kalkuliert das Almatis-Management danach für 2009 allerdings mit einem drastischen Ertragsrückgang um etwa 80 Prozent.

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