Chemiebranche
BASF nutzt Finanzkraft für Expansion

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im dritten Quartal 2008 weniger verdient als im Vorjahreszeitraum und die Prognosen der Analysten verfehlt. Wegen des schlechten Abschneidens senkte der Konzern die Prognose für das laufende Jahr.

FRANKFURT. Der Chemiekonzern BASF sieht ungeachtet der Finanz- und Konjunkturkrise offenbar weiterhin soliden Finanzierungs-Spielraum für eine Expansion. „Wir wollen unsere starke Bilanz nutzen, um unser Portfolio weiter zu verbessern, und werden uns daher ganz genau anschauen, was der Markt bietet“, sagte Konzernchef Jürgen Hambrecht gestern bei der Vorstellung des Quartalsberichts.

Seine expansive Strategie untermauerte der Chemieriese in den vergangenen Tagen bereits mit der 580 Mio. Euro teuren Offerte für den norwegischen Ölproduzenten Revus und dem Kauf einer Polyurethan-Sparte der belgischen Chemiefirma Recticel. Außerdem will BASF wie geplant die Übernahme der Schweizer Ciba-Gruppe durchziehen, die einschließlich übernommener Schulden bis zu vier Mrd. Euro kosten kann.

Nachdem der Konzern am Dienstag die Mindestannahme-Schwelle von zwei Dritteln der Anteile noch knapp verfehlt hatte, haben Ciba-Investoren der BASF inzwischen genügend Aktien angedient. Man wolle die Akquisition nun im ersten Quartal 2009 zum Abschluss bringen und zügig mit der Integration beginnen, sagte Hambrecht. Er rechnet mit Synergien von mindestens fünf Prozent des Ciba-Umsatzes von rund vier Mrd. Euro.

Die Übernahme ist durch einen Brückenkredit von mehreren Banken abgesichert. Daneben hat der Chemie-Konzern sein Commercial-Paper-Programm deutlich von 7,5 auf 12,5 Mrd. Dollar (rund 9,6 Mrd. Euro) ausgeweitet und sich dadurch zusätzliche Flexibilität gesichert. Die Bedingungen auf den Kreditmärkten seien hart, aber das Programm der BASF laufe sehr gut, sagte Finanzchef Kurt Bock. „Wir sehen in dieser Hinsicht keinerlei Probleme.“

Dem Ludwigshafener Konzern dürfte dabei zugute kommen, dass er als einziges Chemieunternehmen der westlichen Welt noch über ein AA-Rating, und damit über die zweithöchste Kreditwürdigkeits-Einstufung im System von Standard & Poor's (S&P) verfügt. Bock deutete gestern an, dass man sich auch mit einem Single-A-Rating zufrieden geben würde und signalisierte damit indirekt Bereitschaft, die Netto-Finanzverschuldung von derzeit rund elf Mrd. Euro noch deutlich zu erhöhen. Gemessen an den Kriterien von S&P und den bisherigen Cashflow-Daten ergibt sich ein Spielraum bis schätzungsweise gut 20 Mrd. Euro. Über die geplanten Käufe hinaus könnte sich BASF damit ohne weiteres noch eine weitere Akquisition in der Größenordnung Cibas leisten.

Seite 1:

BASF nutzt Finanzkraft für Expansion

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%