Chemiebranche
BASF will Umsatz in Asien verdoppeln

BASF will sein Geschäft in Asien massiv ausbauen. Der Chemiekonzern plant Milliardeninvestitionen und will 5000 neue Mitarbeiter einstellen. Für Asien-Chef Martin Brudermüller liegt der Grund dafür auf der Hand: "China ist der Markt der Zukunft"

PEKING. Der Chemiekonzern BASF will sein Asiengeschäft bis 2020 verdoppeln und dafür in der Region 2 Mrd. Euro investieren. Bei der geplanten Expansion hat der Konzern vor allem den Wachstumsmarkt China im Visier. Die Hauptaktivität werde auch künftig in der Volksrepublik liegen, bestätigte das für Asien zuständige Vorstandsmitglied Martin Brudermüller im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Natürlich fließen die Investitionen dorthin, wo der Markt der Zukunft ist", so der Manager. "Und das ist ganz klar China."

Bis 2020 soll der Asienumsatz insgesamt auf rund 20 Mrd. Euro zulegen, die Belegschaft soll um 5000 Mitarbeiter auf 20.000 Beschäftigte zunehmen. Asien dürfte damit in zehn Jahren ein Viertel des gesamten BASF-Konzerngeschäftes ausmachen. China umfasse bislang die Hälfte des gesamten Chemiemarktes in Asien-Pazifik, so Brudermüller. An diesem Verhältnis werde sich in Zukunft kaum etwas ändern, auch wenn der Markt in Indien stärker zunehme als in der Volksrepublik. "Indien macht heute gerade mal ein Fünftel des chinesischen Marktes aus", so der BASF-Manager.

Von den Investitionen sollen so mehr als 1 Mrd. Euro ins Reich der Mitte fließen. Der größte Teil wird in die Erweiterung des Chemiestandorts Nanjing gehen. Brudermüller bestätigte, dass nach der gerade begonnen zweiten Ausbaustufe eine dritte Erweiterung für den Verbundstandort geplant ist. Der Konzern stellt mit dem chinesischen Partner Sinopec in Nanjing Spezialchemikalien für den chinesischen Markt her. Die Investition von insgesamt 2,9 Mrd. Euro ist bislang die größte Auslandsinvestition des Ludwigshafener Konzerns.

BASF betont, dass trotz der neuen Kapazitäten in China nicht an den Export von Produkten gedacht werde. Man wolle vor Ort nur für den chinesischen Markt produzieren. Die Nachfrage sei dafür groß genug: In China erwartet BASF ein jährliches Wachstum am Chemiemarkt von 6 Prozent. "Und wir haben uns das ambitionierte Ziel gesetzt, jeweils zwei Prozent mehr zu wachsen als der Markt in Asien", so Brudermüller. In der gesamten Region, zu der neben China und Indien auch Japan und Korea zählen, peilt der Chemiekonzern somit einen Zuwachs zwischen 5 und 7 Prozent an.

Dabei konzentriert sich BASF künftig noch stärker auf fünf Industrien: Auto, Bau, Verpackung, Pharma und Lacke. Vor allem die Auto- und Bauindustrie profitiert momentan vor dem massiven Konjunkturprogramm in China. Das beflügelt auch das BASF-Geschäft. Nach einem sehr schwachen 1. Quartal habe der Umsatz in China im 2. Quartal deutliche Erholungsanzeichen gezeigt. "Wir sehen wieder Wachstum in Asien", so Brudermüller, der aber zugleich keine Entwarnung für die Branche geben wollte: "Die entscheidende Frage ist, wie nachhaltig die Programme sind und was geschieht, wenn sie auslaufen."

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