Chemiebranche
Brenntags Gewinn geht zurück

Der Chemiehändler hat sein Jahresziel aufgegeben. Nach einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal rechnet Brenntag auch für die zweite Jahreshälfte nicht mit einer Besserung der Konjunktur.
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FrankfurtNach einem Gewinnrückgang im abgelaufenen Quartal nehmen beim Chemikalienhändler Brenntag wegen der unsicheren Konjunktur die Molltöne zu. Konzernchef Steven Holland äußerte sich am Mittwoch bei Vorlage des Zwischenberichts vorsichtig zur weiteren Entwicklung im Jahr und gab das noch im Mai bestätigte Ziel eines steigenden Nettogewinns auf. Er rechne nicht mit einer deutlichen Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte, sagte Holland. Daher gehe Brenntag von einer langsameren Geschäftsentwicklung aus. An der Börse kam dies nicht gut an: Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie büßte zeitweise mehr als drei Prozent auf 119 Euro ein.

Brenntag handelt mit Industrie- und Spezialchemikalien und übernimmt Logistik-Aufgaben, um die sich die großen Chemiekonzerne nicht mehr selbst kümmern wollen. Flaut die Branchenkonjunktur ab, bekommt dies auch Brenntag in seinen Auftragsbüchern zu spüren. Der Konzern mit rund 13.000 Beschäftigten ist die weltweite Nummer Eins im Chemikalienhandel.

Brenntag-Chef Holland stellte für 2013 jetzt ein operatives Ergebnis (Ebitda) - Einmalbelastungen allerdings herausgerechnet - von 710 bis 735 Millionen Euro in Aussicht. Im vergangenen Jahr lag das Ebitda bei 707 Millionen Euro. Zudem rechnet Holland nun mit einem sinkenden Überschuss. Bislang sollte der Nettogewinn 2013 in ähnlichem Umfang steigen wie das operative Ergebnis. Analysten zeigte sich verstimmt. "Der näher bestimmte Ausblick ist eine Enttäuschung", erklärte DZ-Bank-Analyst Thomas Maul.

Im zweiten Quartal sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) binnen Jahresfrist um 8,3 Prozent auf 169,1 Millionen Euro. Analysten hatten hingegen mit einem operativen Ergebnis von 190 Millionen Euro gerechnet. Rückstellungen für eine Kartellstrafe in Frankreich in Höhe von 17 Millionen Euro belasteten die Bilanz. Die französische Kartellbehörde verhängte gegen Brenntag und mehrere Rivalen wegen Preisabsprachen Geldbußen in Millionen-Höhe. Der Überschuss schrumpfte im zweiten Jahresviertel um 15,3 Prozent auf 68,9 Millionen Euro.

Brenntag setzte von April bis Juni 2,54 Milliarden Euro um - ein leichtes Plus von 2,2 Prozent. Während die Umsätze in Euro nur leicht zulegten und in Lateinamerika sogar sanken, erzielte Brenntag in Asien ein kräftiges Umsatzplus. Auch die Erlöse in Nordamerika baute der Chemikalienhändler im Quartal aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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