Chemiebranche
Chemieverband VCI erwartet Umsatzrückgang

Die Chemieindustrie in Deutschland rechnet wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise mit einem scharfen Umsatzrückgang 2009. Der Umsatz dürfte um rund sechs Prozent sinken, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag in Frankfurt mit.

HB FRANKFURT. Nach der Vollbremsung im vierten Quartal 2008 rechnet die deutsche Chemieindustrie für 2009 mit dem schärfsten Umsatzeinbruch seit mehr als 25 Jahren. Der Umsatz dürfte 2009 wegen der weltweit gesunkenen Nachfrage vor allem der Industriekunden um sechs Prozent zurückgehen, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mit.

Einen ähnlichen Rückgang hat die Branche zuletzt 1986 mit einem Minus von 5,4 Prozent erlebt. Der Verband bekräftigte zudem seine Erwartung eines Produktionsrückgangs um 3,5 Prozent im laufenden Jahr. Allein das Pharmageschäft trotze der Krise.

„Wir müssen davon ausgehen, dass die Talsohle noch nicht durchschritten ist. 2009 wird ein schwieriges Jahr für die Chemie“, sagte VCI-Präsident Ulrich Lehner laut Mitteilung. Der Verband erwarte eine leichte Verbesserung, wenn die Kunden ihre Lager geräumt hätten. Dieser Trend zur Normalisierung sei jedoch noch nicht der erhoffte Aufschwung. Im weiteren Jahresverlauf seien zusätzliche Impulse durch niedrige Ölpreise, den schwachen Euro und die angekündigten Konjunkturpakete zu erwarten.

Die industriellen Kunden als Hauptabnehmer der Branche orderten infolge der globalen Wirtschaftskrise kaum noch Chemikalien, hieß es. Wegen der abrupt sinkenden Nachfrage drosselten die Unternehmen ihre Produktion und legten zum teil ganze Anlagen still. Die Kapazitätsauslastung in der chemischen Industrie fiel von 84 Prozent im dritten Quartal auf 75 Prozent. Besonders stark betroffen waren die Produzenten von Grundchemikalien, deren Preise regelrecht zusammenbrachen.

Der Umsatz sackte in den letzten drei Monaten des Jahres saisonbereinigt um elf Prozent zum Vorquartal auf 38,3 Mrd. Euro ab. Im Jahresvergleich ergab sich ein Rückgang um 7,4 Prozent. Die Geschäfte liefen im Inland noch schlechter als im Ausland. Die Produktion brach im vierten Quartal zum Vorquartal um 11,4 Prozent und binnen Jahresfrist um 10,9 Prozent ein. Die Erzeugerpreise sanken um 0,7 Prozent zum Vorquartal.

Die Beschäftigung blieb trotz der scharfen Krise zunächst noch stabil. Wie im Jahr zuvor waren 2008 rund 440 000 Menschen (-0,2 Prozent) in der Chemieindustrie tätig. Nach dem Abbau von Arbeitszeitkonten und anderen flexiblen Arbeitszeitinstrumenten setzen die Unternehmen derzeit verstärkt auf das Mittel der öffentlich geförderten Kurzarbeit. Der gewichtige hessische VCI- Landesverband hat bereits angekündigt, dass eine Großzahl der Unternehmen ab dem Sommer die Stammbelegschaften reduzieren werde, falls sich die Lage nicht bessere.

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