Chemiebranche
Ende des Chemie-Booms rückt näher

Nach einem starken Sommerquartal stellt sich die deutsche Chemiebranche auf ein Ende der mehr als dreijährigen Aufschwungphase ein. Deutschlands viertgrößter Industriezweig befindet sich mittlerweile in einer „späten Phase“ der Branchenkonjunktur.

HB FRANKFURT. Der Spielraum für weitere Produktionszuwächse werde immer geringer, erklärte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Freitag in seinem Bericht für das dritte Quartal. Schon ab dem vierten Quartal sei sogar mit sinkenden Wachstumsraten bei der Chemieproduktion zu rechnen.

Die weltweite Boomphase in der Chemie hatte Ende 2003 eingesetzt und wurde unter anderem von der kräftigen Nachfrage aus China gespeist. Im vergangenen Jahr war die Chemieproduktion mit einer Rate von sieben Prozent so stark wie seit 20 Jahren nicht gestiegen. Allerdings rechnen Experten bereits seit längerem damit, dass sich die Chemiebranche bald auf einen Abschwung einstellen muss.

Im Sommerquartal profitierte Deutschlands viertgrößter Industriezweig noch von einer kräftigen Belebung des Inlandsgeschäfts und stabilen Rohstoff- und Energiepreisen. „Endlich spüren wir auch im Inland deutliche Anzeichen für einen Aufschwung“, erklärte der VCI-Präsident und Bayer-Chef Werner Wenning. Dazu trage vor allem ein gutes Geschäft mit der Industrie und der Bauwirtschaft bei. „Zusammen mit der weiterhin lebhaften Nachfrage von den Exportmärkten waren unsere Produktionskapazitäten gut ausgelastet“, sagte Wenning.

Die Chemieproduktion nahm im dritten Quartal um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Der Branchenumsatz erhöhte sich um sieben Prozent auf 40,4 Mrd. Euro, Chemikalien wurden 4,4 Prozent teurer. Während der Auslandsumsatz um 7,5 Prozent wuchs, nahmen die Erlöse in Deutschland im dritten Quartal um 6,5 Prozent zu.

Trotz der starken Branchenzahlen für das dritte Quartal bestehe kein Anlass zum Übermut, erklärte Wenning. „Diese Dynamik wird sich mittelfristig so wohl nicht fortsetzen“, fügte er hinzu. Der VCI rechnete zuletzt für 2006 mit einem Produktionsplus von 2,5 Prozent und einen Umsatzanstieg um 5,5 Prozent. Bei den Chemikalienpreisen wurde im August mit einer Anhebung um drei Prozent kalkuliert.

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