Chemiebranche
Hambrecht baut BASF-Vorstand um

Der Chemiekonzern BASF bereitet einen umfangreichen Umbau auf der obersten Führungsebene vor. Die personelle Änderung läuft darauf hinaus, den Vorstand zu verkleinern, weitere Kompentenzen nach Asien zu verlagern und zugleich Management-Reserven für den Ausbau des Spezialitätengeschäfts zu schaffen. Bewusst vermieden wird die Installation eines Kronprinzen.

LUDWIGSHAFEN. Eggert Voscherau, Peter Oakley und Klaus Peter Löbbe scheiden aus. Harald Schwager (47) und Wolfgang Büchele (48) werden dafür Anfang 2008 neu ins Topmanagement des Konzerns aufrücken. Zugleich werden die Zuständigkeiten innerhalb des Vorstands neu geordnet.

Mit der Verkleinerung des Vorstands von neun auf acht Mitglieder will Konzernchef Jürgen Hambrecht (60) offenbar ein Zeichen in Richtung straffere Führungsstrukturen setzen. Im Zuge der geplanten Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) strebt die BASF auch eine Verkleinerung des Aufsichtsrates von 20 auf zwölf Mitglieder an, worüber allerdings noch mit der Arbeitnehmerseite verhandelt werden muss.

Schwager, der bisher das Anorganika-Geschäft führt, übernimmt als Nachfolger von Eggert Voscherau (64) das Personalressort und ist künftig zugleich für alle Verbundstandorte des Konzerns in Europa zuständig. Voscherau scheidet mit Ablauf der Hauptversammlung am 24. April 2008 aus und tritt in den Ruhestand. Die von ihm ebenfalls wahrgenommene Position des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden wird nicht wieder besetzt. Der Chemiekonzern vermeidet damit offenbar bewusst, bereits einen Kronprinzen zu installieren, der in einigen Jahren Hambrecht beerben könnte.

Deutlich gestärkt werden allerdings die Rollen von Finanzchef Kurt Bock (49) und Asien-Chef Andreas Brudermüller (46). Bock gibt zwar die Zuständigkeit für Südamerika ab, übernimmt dafür aber zusätzlich zu seiner Funktion als Finanzchef die Regionalleitung Nordamerika und den Chefposten der US-Tochter BASF Corporation - beides Funktionen, die bisher von Klaus Peter Löbbe (61) wahrgenommen wurden, der zum 31. Juli aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet. Brudermüller übernimmt zusätzlich den bisher von John Feldmann geleiteten Bereich Kunststoffe. Der Konzern trägt damit nach eigenen Angaben der wachsenden Bedeutung Asiens im Kunststoff-Geschäft Rechnung.

John Feldmann (58) gibt neben dem Kunststoff-Ressort auch die Zuständigkeit für Öl + Gas ab und übernimmt dafür den Unternehmensbereich Veredlungsprodukte. Kenner des Ludwigshafener Konzerns interpretieren das als indiz dafür, dass man diesem Bereich künftig noch größere Aufmerksamkeit widmen will. Zu Veredlungsprodukten gehören unter anderem Lacke und Farben sowie die Sparte Bauchemie, die man im vergangenen Jahr durch Erwerb der entsprechenden Aktivitäten von Degussa stark erweiterte. Im Zuge ihrer Strategie, konjunkturstabile Geschäftsfelder auszubauen, dürfte die BASF weiter an Zukäufen interessiert sein. So sehen Analysten den Konzern auch als möglichen Bieter für den britischen Farbstoff-Hersteller ICI, um den sich derzeit bereits die niederländische Akzo bewirbt.

Neu geordnet wird bei der BASF ferner die Führung des Bereichs Pflanzenschutz und Ernährung, die künftig der bisherige Forschungschef Stefan Marcinowski (54) übernimmt. Der bisherige Leiter Peter Oakley (54) scheidet auf eigenen Wunsch 2008 aus dem BASF-Vorstand aus, um sich "einer neuen beruflichen Herausforderung" zuzuwenden. Oakley hatte in den vergangenen Jahren sowohl im Pflanzenschutz als auch im Feinchemie-Geschäft mit Ertragsschwächen zu kämpfen. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen und dank besserer Witterungsbedingungen befinden sich beide Sparten inzwischen allerdings wieder im Aufwärtstrend.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%