Chemiebranche
Konjunktureinbruch drückt BASF in rote Zahlen

Der Chemiekonzern BASF spürt den weltweiten Wirtschaftsabschwung. Folge: Im vierten Quartal ist BASF in die roten Zahlen gerutscht. Und Besserung ist nicht in Sicht - ganz im Gegenteil.

HB LUDWIGSHAFEN. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF rechnet angesichts der Wirtschaftskrise in diesem Jahr mit einem Umsatz- und Ergebnisrückgang und will weltweit mindestens 1500 Arbeitsplätze abbauen. Im Moment sehe es „rabenschwarz“ aus, sagte Vorstandschef Jürgen Hambrecht am Donnerstag auf der Bilanz-Pk in Ludwigshafen.

„Eine Trendwende ist derzeit nicht in Sicht.“ Die Lage auf den Absatzmärkten der BASF verschärfe sich sogar. Für das laufende Jahr erwarte er einen Rückgang bei Umsatz und noch deutlicher beim Ergebnis. Hambrecht sagte: „2009 wird ein Jahr voller Herausforderungen werden, wie wir sie noch nicht erlebt haben.“

Der Chemiekonzern werde in diesem Jahr deshalb mindestens 1500 seiner rund 97 000 Stellen streichen. Weniger profitable Anlagen und auch Standorte würden geschlossen. Deutschland soll dabei aber nicht im Fokus stehen.

In den letzten drei Monaten des Jahres 2008 war BASF erstmals seit Ende 2001 wieder in die Verlustzone gerutscht. Von Oktober bis Dezember war unter dem Strich ein Verlust von 313 Mio. Euro angefallen - nach einem Gewinn von fast 800 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Die Nachfrage aus wichtigen Kundenindustrien wie Bau, Automobil oder Elektronik sei „regelrecht eingebrochen“, sagte Hambrecht. Die Großanlagen der BASF laufen mehr als ein Viertel gedrosselt. Rund 3000 Mitarbeiter sind zur Zeit in Kurzarbeit, betroffen ist vor allem die Automobilzulieferung.

Den Umsatzrückgang in diesem Jahr erwartet die BASF trotz der Übernahme des Schweizer Spezialchemieherstellers Ciba und des Unternehmens Revus Energy. Außerdem gehe man von einem noch deutlicheren Rückgang des operativen Ergebnisses aus. Hambrecht sagte, das Ausmaß der Wirtschaftskrise werde „uns allen auch harte Entscheidungen abverlangen“. Er sagte aber auch: „Aus jedem Tal ist man wieder herausgekommen.“

Im Gesamtjahr 2008 konnte der Konzern den Umsatz um 7,5 Prozent auf 62,3 Mrd. Euro steigern. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen lag dagegen mit 6,9 Mrd. Euro zehn Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Unter dem Strich blieb der BASF ein Gewinn von 2,9 Mrd. Euro - das waren 28,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Dividende will das Unternehmen mit 1,95 Euro pro Aktie konstant halten.

Beim Umsatz legte die Sparte Chemikalien (+ 10,3 Prozent) und das Öl- und Gasgeschäft (+ 37,3 Prozent) am deutlichsten zu. Rückgänge gab es in den Bereichen Kunststoffe und „Funktionale Lösungen“, in der unter anderem Katalysatoren und Beschichtungen erfasst sind. Das Öl- und Gasgeschäft trug den Angaben zufolge ein Drittel zum Nachsteuerergebnis der BASF bei.

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